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Wie ein Fußball-Start-up aus Daten eine Leistungsanalyse erstellen will

Wie ein Fußball-Start-up aus Daten eine Leistungsanalyse erstellen will
12.03.2018

Das Start-up ID League um Ex-Profi Richard Golz und Ex-Bundesligatrainer Andreas Bergmann will mit KickID eine ganzheitliche Datenanalyse von Fußballern ermöglichen. Das System verfolgt einen neuartigen Ansatz.

Der Case: KickID ist ein datenbasiertes Ratingsystem, das die individuelle, athletische und spielerische Leistungsfähigkeit im Amateur-, Jugend- und Profifußball anhand von acht Kriterien misst und bewertet. Die Bewertung in den Bereichen Pace, Dribbling, Physical, Shots, Control, Impact, Defense und Passing wird aus insgesamt 230 Einzelwerten vorgenommen. Neben der klassischen Datenerhebung werden die gewonnen Werte nach verschiedenen Kriterien gewichtet. Ein angekommener Pass unter Druck beispielsweise ist mehr Wert als ein Rückpass zum Torwart ohne Bedrängnis.

Die Funktionsweise: Die KickID Field Units besuchen Vereine im Breiten- als auch Spitzensport. Das Team vermisst die Spieler in einem immer gleichen Rahmen – einer Spielform vier gegen vier in einem kleinen Spielfeld. KickID fokussiert sich auf eine Analyse im laufenden Spielgeschehen, im Gegensatz zu Stationstests. Dabei nutzen die Units unterschiedliche Tracking- und Videotechnologien, unter anderem Chips in Westen und dem Ball sowie einer eigens entwickelten Kameratechnologie. Die individuellen Daten und Videos kann sich jeder Spieler im Anschluss an die Trainingseinheit dann in seinem persönlichen KickID-Account ansehen. Spieler können diese nutzen, um sich weiterzuentwickeln oder um sich mit Mannschaftskameraden, anderen Gruppen oder perspektivisch mit Profifußballern zu messen.

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Die Anwendung: KickID befindet sich kurz vor dem offiziellen Markeneintritt. Die Marke des Berliner Start-ups ID League sammelt derzeit Erfahrung und statische Daten, um belastbare Referenzwerte zu entwickeln. Der ganzheitliche Ansatz von KickID sieht zudem vor, Trainingseinheiten zu entwickeln, die auf die Leistung der Nachwuchsspieler und deren Entwicklungsstand angepasst sind. Deutschlandweit startet das Unternehmen mit sieben Units, die regional unterwegs sein werden. Auch an einer Internationalisierungsstrategie wird derzeit sehr intensiv gearbeitet.

Die Kosten: Die Teilnahme am Tracking kostet pro Spieler 19,90 Euro. Darin enthalten sind die Erhebung, das Rating, die individualisierten Videosequenzen und die Bereitstellung der Daten in geschützten User-Accounts in der KickID-App.

12.03.2018
Roman Gerth
 Der Autor 

Roman Gerth