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SPOBIS: "Vom Kongress zum Sportbusiness-Festival"

SPOBIS: "Vom Kongress zum Sportbusiness-Festival"
20.10.2017

Der SPOBIS soll wachsen – vom Kongress zum Sportbusiness-Festival. Welche Vision die Veranstalter verfolgen, erklären die SPONSORs-Geschäftsführer Marco Klewenhagen und Philipp Klotz.

SPONSORs: Beim nächsten SPOBIS in rund dreieinhalb Monaten wird es viele Neuerungen und Erweiterungen geben. Was steckt dahinter?

Klewenhagen: Der SPOBIS hat sich seit Jahren als Europas größter und wichtigster Branchentreff etabliert – und das vornehmlich auf der Basis des Summits, also eines klassischen Fachkongresses. Darüber freuen wir uns. Wir sehen aber auch, wie sich der Markt und damit die Branchenumfelder rapide verändern. Internationalisierung, Digitalisierung und Technisierung sind hier wichtige Stichworte. Damit einher geht für die meisten Marktteilnehmer, von denen viele unsere Kunden sind, ein rasant steigender Bedarf an Informationen, Fachwissen und Kontakte, um ihre Geschäfte zukunftsfähig und erfolgreich zu halten. Diese vielfältigen Bedürfnisse können nicht allein über einen Kongress befriedigt werden – was uns dazu auffordert, es uns aber auch ermöglicht, den bestehenden SPOBIS deutlich auszubauen.

Klotz: Wir sind fest davon überzeugt, dass wir durch die fortschreitende Digitalisierung unserer Welt – gerade auch durch die des Sports – eine Veränderung der Geschäftsmodelle im Sportbusiness erleben. Stichworte sind die folgenden: Plattform-Ökonomie, Clubs werden zu Medienunternehmen, Smart Data, Fan-Engagement, E-Commerce, Loyalty und viele weitere Themen. Die Innovationsgeschwindigkeit nimmt weiter zu. Zudem steigt der Abstraktionsgrad der neuen Technologien. Wir glauben, wir müssen beide Welten, die digitale und die Sportwelt, zusammenbringen.

SPONSORs: Was Sie zum Leitfaden „Vom Kongress zum Sportbusiness-Festival“ bringt?

Klotz: Das ist kein Marketing-Sprech. Partner und Teilnehmer werden schon beim nächsten SPOBIS viele Erweiterungen und Verbesserungen nutzen können, die sich, vereinfacht dargestellt, auf drei Bereiche aufteilen. Neben dem bekannten Summit als Kongress-Säule wird es einen neuen, eigenen Expo-Bereich geben. Unter der dritten Säule sammeln wir alle Side-Events, die wir oder auch unsere Partner durchführen, beispielsweise Awards, Partys oder Network-Veranstaltungen. Dabei zieht sich unser Leitfaden „SPOBIS – das Sportbusiness-Festival für die Zukunft des Sports“ durch alle drei genannten Bereiche. Eine derartige Plattform gibt es bislang noch nicht im Sportbusiness. 

Klewenhagen: Wir starten diesen Weg aus einer stabilen Marktpositionierung heraus. Nach 20 Jahren konsistentem Kongresswachstum und langlebigen Partnerschaften mit vielen bedeutenden Unternehmen wie Microsoft, SAP, Discovery, Nielsen, Lagardère und vielen weiteren ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um den nächsten Entwicklungsschritt zu machen. Wir wollen mit dem SPOBIS größtmögliche Relevanz und echten operativen Nutzen für das bestehende und das künftige Geschäft von Branchenteilnehmern schaffen.

SPONSORs: Wie soll der Expo-Bereich denn genau aussehen?

Klotz: Wir eröffnen mit der Expo einen völlig neuen, eigenen Bereich. Dieser besteht zum einen aus einem Ausstellerbereich und bekommt zum anderen eine eigene große Bühne für rund 1000 Zuschauer. Auf der SPOBIS Expo werden wir mit unseren Partnern und Kunden die Zukunft des Sports präsentieren, erleb- und fassbar machen. Eine Hololens-Brille von Microsoft oder eine Oculus Rift von Facebook muss ich erleben, um Virtual Reality und das Potenzial dahinter zu verstehen. Gleiches gilt für viele andere Entwicklungen zu beispielsweise virtueller Werbung, Social Media oder auch zum gesamten Bereich für smarte Lösungen im Stadion- und Arenabetrieb. Neu ist, dass wir uns auch für den Bereich der digitalen Trainingssteuerung oder der Technik hinter dem Video-Assistenten öffnen. Die Digitalisierung des Sports findet besonders auch im sportlichen Bereich statt. Das reicht vom Einsatz von Wearables bis hin zur Trainingsüberwachung mittels Drohnen. Für das Produkt Sport sehen wir hier große Veränderungen auf uns zukommen. Marktteilnehmer, die diese Chancen frühzeitig erkennen, werden davon überproportional profitieren. Das finden wir spannend und deshalb wollen wir im Sinne des Plattformgedankens die Entscheider aus den unterschiedlichen Bereichen zusammenbringen und neue Synergien entstehen lassen. 

SPONSORs-Geschäftsführer Marco Klewenhagen (links) und Philipp Klotz (rechts)
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SPONSORs-Geschäftsführer Marco Klewenhagen (links) und Philipp Klotz (rechts)

SPONSORs: Auf dem SPOBIS waren bisher über 2000 Teilnehmer, die sich aber vorrangig auf den Summit und die Vorträge konzentriert haben. Aussteller leben aber vom Besucherverkehr. Wie wollen Sie das lösen? Wer sollen die Expo-Besucher sein?

Klotz: Klar ist, dass Kongress-Besucher mit ihrem Ticket auch zur Expo kommen können, die Räumlichkeiten gehen direkt ineinander über. Wir wissen zudem aus Umfragen unter bisherigen Teilnehmern und Partnern, dass diese gehobene Klientel eine Ausstellung ausdrücklich begrüßt. Wir wollen mit der Expo aber auch eine neue Zielgruppe ansprechen. Von Young Professionals über Start-ups bis hin zu Unternehmen und Vereinen, die zum Beispiel ihre Experten senden wollen oder schlicht nicht mit dem Budget ausgestattet sind, um sich mehrere SPOBIS-Tickets leisten zu können.

SPONSORs: Für die Expo wird es also eigene Tickets geben? Was werden diese kosten?

Klotz: Aus eben genannten Gründen haben wir das Pricing sehr niedrig angesetzt. Bereits ab 35 Euro gibt es ein Ticket für die SPOBIS Expo. Damit kann man neben dem Ausstellungsbereich die Expo Stage besuchen, wo neben vielen Experten auch Persönlichkeiten aus dem Sport auftreten werden, und viele Features wie Speed-Networking, Open Presentations oder auch Guided Tours nutzen. Darüber hinaus planen wir eine Expo-Party. Insgesamt wollen wir durch diverse Maßnahmen eine frische, lebendige Atmosphäre schaffen und eben keine klassische Messe veranstalten.

SPONSORs: Wird der Summit selbst, also der Kongress, auch angepasst?

Klewenhagen: Ja. Wir werden im Gegensatz zu den Vorjahren mit unserem Redaktionsteam drei größere Bühnen parallel zueinander bespielen. Darüber hinaus kommt mit der neuen Expo-Stage, wie bereits erwähnt, eine zusätzliche vierte Bühne, die auch für die Summit-Teilnehmer zugänglich ist. Insgesamt steht uns somit auf Summit und Expo eine Zuschauerkapazität von rund 2600 bis 2800 Plätzen zur Verfügung.

SPONSORs: Das heißt im Umkehrschluss, dass es auch keine Foren mehr gibt?

Klewenhagen: Das stimmt. In der Vergangenheit haben wir Themenblöcke angeboten, sogenannte Foren, die von Partnern präsentiert wurden und an deren Ausgestaltung diese teilweise inhaltlich beteiligt waren. Das hat manchmal einen hohen Abstimmungsaufwand nach sich gezogen und nicht immer für alle Beteiligten zu einem befriedigenden Ergebnis geführt. Einerseits. Anderseits verfügen die meisten unserer Partner aber über tiefes Expertenwissen, was viele Teilnehmer für sich nutzen können. Auf diesen Mehrwert wollten wir auf keinen Fall verzichten. Wir sind deshalb auf das Format einer Masterclass gekommen.

SPONSORs: Wie sieht das aus?

Klotz: Technisch heruntergebrochen, bieten wir mitten im Summit-Bereich des SPOBIS interessierten Partnern einen ausgestatteten Raum, natürlich inklusive Tickets und Kommunikation, den sie in Eigenregie bespielen können. Der Kunde wählt Format und Thema selbst. Das kann zum Beispiel in Form eines Workshops sein, einer Q&A-Session oder eines Panels. Je nach Partnerebene kann die Teilnehmerzahl auch begrenzt oder Zutritt nur auf Einladung gewährt werden. Diese exklusiveren Gruppen fördern dann wiederum die Interaktion und Diskussionsqualität innerhalb der Masterclass. Unsere Partner erhalten dadurch deutlich mehr Spielraum, Exklusivität und Individualität. Ein Wunsch, den wir in der Vergangenheit immer wieder gehört haben und dem wir nunmehr im Sinne des Plattformgedankens des SPOBIS nachkommen können.

Klewenhagen: Die Masterclasses bringen vor allem auch unseren Teilnehmern einen zusätzlichen Mehrwert, nicht zuletzt, weil diese on top zum Summit-Programm dazukommen. Was übrigens auch ein Grund ist, weshalb wir die Masterclasses künftig als Side-Events verorten. Die Vielfalt und die Tiefe an Themenangeboten werden durch die Masterclasses unserer Partner noch einmal deutlich zunehmen.

Highlights vom SPOBIS 2017

Wir wollen für den Markt größtmögliche Relevanz und größtmöglichen Nutzen schaffen und mit dem SPOBIS die bedeutendste Business-Plattform im Sport aufbauen.

SPONSORs: Welche weiteren Side-Events wird es noch geben?

Klewenhagen: Am Montag vor dem SPOBIS wird wieder ein Pre-Opener stattfinden. Neu wollen wir als Veranstalter auch zu einem VIP-Dinner im kleinen Kreis einladen. Dazu kommt, wie erwähnt, eine neue Expo-Party am Abend des ersten SPOBIS-Tages. Zudem sollen künftig vermehrt Versammlungen oder Tagungen von Verbänden, Arbeitskreisen oder Ähnlichem im Rahmen des SPOBIS stattfinden können. Und es sieht gut aus, dass es eine weitere Award-Verleihung geben wird -aber da können wir noch nicht mehr verraten.

Klotz: Wir wollen aber auch ganz gezielt unsere Partner ermutigen, den SPOBIS als Plattform zu verstehen und eigene Events wie ein Business-Frühstück oder eine Preisverleihung im Rahmen des SPOBIS abzuhalten. Wir werden solche Veranstaltungen unterstützen, inklusive umfangreicher Bewerbung über unsere Medien, und gern in den SPOBIS-Festival-Kalender aufnehmen.

Klewenhagen: Das ist für uns eine völlig neue Ausrichtung, da wir bisher eher darauf bedacht waren, den Terminkalender clean und fokussiert auf den Summit zu halten. Jetzt wollen wir uns für Marktteilnehmer öffnen. Denn wir glauben fest daran: Wenn durch zusätzliche Formate und Touchpoints der SPOBIS als Businessplattform wächst – vor allem auch durch Dritte –, dann profitiert die gesamte Sportbusiness-Branche davon.

SPONSORs: Welche Besucherzahlen sind denn für 2018 zu erwarten?

Klewenhagen: Ich denke, wir lehnen uns nicht zu weit aus dem Fenster mit der Annahme, dass wir durch die Expo wieder einen neuen Teilnehmerrekord erzielen werden. Die Quantität der Teilnehmer ist aber nicht das Hauptkriterium, an dem wir uns messen lassen wollen. Wie schon betont, wollen wir für den Markt größtmögliche Relevanz und größtmöglichen Nutzen schaffen und mit dem SPOBIS die bedeutendste Business-Plattform im Sport aufbauen.

20.10.2017
Roman Gerth
 Der Autor 

Roman Gerth