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PwC-Studie: Junge Zielgruppe bedroht Sportbranche

PwC-Studie: Junge Zielgruppe bedroht Sportbranche
28.09.2017

Die Sportbranche bleibt ein Wachstumsmarkt. Eine aktuelle Studie zeigt nun aber auf, dass die junge Zielgruppe auch eine Bedrohung für den Sport sein könnte.

Der veränderte Medienkonsum der jungen Zielgruppe könnte die Sportbranche nachhaltig bedrohen. Zu diesem Ergebnis kommt der "Sports Survey 2017" der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Im Rahmen der Studie gaben 57 Prozent aller befragten Player aus dem Sportbusiness an, dass sie das veränderte Nutzungsverhalten der jungen Zielgruppe für die Sportbranche als Bedrohung betrachten.

Demnach sehen die Befragten ein Gefahr darin, dass junge Menschen Sportevents vermehrt auf mobilen Endgeräten konsumieren und die Übertragungen dadurch oft nicht mehr live verfolgen. So sind beispielsweise bei den vergangenen Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro auf dem US-Sender NBC zur Prime Time 17 Prozent weniger Live-Inhalte konsumiert worden als noch bei den Spielen 2012 in London.

Eine interessante Einschätzung des Marktes, die aufzeigt, wie groß das Bedürfnis ist, Lösungen für das Gewinnen von jungen Zielgruppen zu erhalten.

Als weitere Risiken für die Branche geben die Beteiligten auch das schwindende Vertrauen in Sportinsitutionen (47 Prozent) sowie die stärkere Konkurrenz von alternativen Entertainment-Formaten (29 Prozent) an.

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Neben den genannten Punkten sehen die Befragten der PwC-Studie weitere Faktoren als Wachstumshemmer für die Sportbranche. So sehen die Probanden den Sport zwar weiterhin als Wachstumsmarkt, sie befürchten aber, dass sich das wirtschaftliche Wachstum der Branche in den kommenden drei bis fünf Jahren im Schnitt verlangsamen könnte.

Demzufolge wird die Sportbranche nach Meinung der Ligen und Clubs pro Jahr nicht mehr wie zuletzt um mehr als neun Prozent, sondern nur noch um etwa acht Prozent wachsen.

Erwartetes durchschnittliches Wachstum der Sportbranche
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Erwartetes durchschnittliches Wachstum der Sportbranche

Auch in Zukunft sehen die Befragten der Studie den Fußball in Europa als größten Wachstumstreiber im Sport. Demnach seien die wertvollsten Sportevents die UEFA Champions League und die FIFA Weltmeisterschaft. Dagegen wird dem Wintersport sowie den Olympischen Spielen eine unsichere Zukunft prognostiziert.

Im Rahmen der Studie hat PwC im Mai und Juni verschiedene Player aus dem Sportbusiness mithilfe eines Online-Fragebogens befragt. Insgesamt erhielt das Unternehmen 189 komplette Antworten, wobei die European Club Association (ECA), die European Professional Football Leagues (EPFL) und die European Broadcast Union (EBU) die Studie unterstützten.

Foto und Grafiken: PwC

28.09.2017
Gabriel Wagner
 Der Autor 

Gabriel Wagner