Berlemann

Sporthilfe-Vorsitzender Berlemann: „Haben langfristige Verträge, an die sich Partner halten“

Anfang April hat Thomas Berlemann die Nachfolge von Michael Ilgner als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe angetreten. Im Gespräch mit SPONSORs zieht der langjährige Telekom-Manager ein erstes Zwischenfazit seiner Amtszeit und lobt den Neustart der Bundesliga.

Die Corona-Pandemie und deren Folgen haben Thomas Berlemann einen turbulenten Einstieg bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe beschert. Der neue Vorstandsvorsitzende kann jedoch auch von positiven Aspekten berichten: „Ich hatte Gelegenheit mit allen unseren Mitarbeitern per Videokonferenz zu sprechen und sie kennenzulernen.“

In der ersten Phase nach seinem Start Anfang April sei es zunächst darum gegangen, die verschiedenen Themen, Partner und auch Tätigkeiten der rund 40 Mitarbeiter kennenzulernen. Davon ausgehend arbeite er mit dem Führungsteam an “einer Strategie für die nächsten Jahre”, gibt Berlemann einen Einblick in die Arbeit seiner ersten zwei Monate bei der Sporthilfe.

Der ehemalige Wasserball-Nationalspieler nennt vor allem zwei Kernthemen, die die Sporthilfe derzeit beschäftigen: „Wie können wir uns mit Partnern weiterentwickeln? Und wie können wir die schon sehr guten Förderprojekte für die nächsten Jahre so ausrichten, dass sie unseren Athleten noch mehr Wert bringen?“

„DFL ebnet den Weg“

Den in Teilen der Bevölkerung und auch der Sportwelt kritisch beäugten Re-Start der Fußball-Bundesliga wertet der Vorstandsvorsitzende der Sporthilfe äußerst positiv: „Für uns und die Spitzensportler hat die Bundesliga und dessen Start eine extrem hohe Relevanz.“ So würde die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Weg dafür ebnen, dass „auch alle anderen Sportarten und insbesondere die Spitzensportler sich möglichst bald wieder ihren Trainingseinheiten und ihrem eigentlichen Sport widmen könnten“, lobt Berlemann.

Insgesamt unterstützt die Stiftung Deutsche Sporthilfe derzeit 4000 Sportler. In vereinzelten Fällen sei es dazu gekommen, dass sich Athleten mit finanziellen Engpässen gemeldet hätten, berichtet Berlemann: „Das ist aber im Moment aber noch überschaubar.“ Daraus folgere er, dass „aktuell noch keine großen Einbußen“ bei den Athleten vorliegen würden.

„Ein Drittel der Einnahmen kommt aus Berlin”

Den Großteil ihrer Erlöse erwirtschaftet die Sporthilfe selbst. So würden zwei Drittel aller Einnahmen über Partnerschaften, über Benefiz-Aktionen, über Beteiligungen an Lotterie oder dem Verkauf der seit 1968 herausgegebenen Briefmarken „Für den Sport“ generiert werden, skizziert Berlemann die Erlösstrukturen der Sporthilfe: „Ein Drittel der Einnahmen kommt aus Berlin, die wir eins zu eins an die Sportler weiterreichen.“

Mit dem Versicherer Allianz, der Deutschen Bank, der Deutschen Post, der Deutschen Telekom und Mercedes-Benz sind die nationalen Förderer der Sporthilfe allesamt im DAX gelistet. Nichtsdestotrotz wurden auch diese Konzerne – beispielsweise Mercedes-Benz – schwer von der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen erwischt. Die finanzielle Unterstützung der Partner sieht der ehemalige Telekom-Manager trotzdem nicht gefährdet: „Wir haben langfristige Verträge an die unsere Partner wie auch wir uns halten werden.“

Neue Formate als Mutmacher

Im April sollte eigentlich das 47. Elite-Forum stattfinden, bei dem sich geförderte Spitzenathleten im exklusiven Rahmen mit Gesprächspartnern aus verschiedensten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens austauschen. Als Alternative hat die Sporthilfe nun den Elite-Talk ins Leben gerufen. Bei der montäglichen Online-Gesprächsreihe werden geförderte Athleten mit herausragenden Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und Sport zusammengebracht. „Dieses Onlineformat findet einen sehr hohen Zuspruch“, berichtet Berlemann. Ein weiteres Erfolgsprojekt sei das mit der Deutschen Telekom gemeinsam durchgeführte digitale Bewerbertraining, welches „sowohl beim Partner als auch den Athleten sehr gut angekommen ist“, so der Sporthilfe-Vorsitzende.

Foto: obs/Webhelp Deutschland GmbH