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SAP-Manager Naoum: „Die Stimmung im Stadion kann AR oder VR nicht ersetzen“

Im persönlichen Gespräch mit SPONSORs berichtet Fadi Naoum, Senior Vice President Products & Innovation und Head of Sports & Entertainment von SAP, über Softwarelösungen des Technologiekonzerns zur individuellen Trainingssteuerung und personalisierten Fan-Kommunikation, die Bedeutung von Zukunftstechnologien im Rahmen von Geisterspielen und den Impact der Krise auf das Engagement von SAP im Sport.

Die Corona-Krise wirkt derzeit als Beschleuniger für das Thema digitale Transformation. Das ist ein Grund, warum der Technologiekonzern SAP bislang im Vergleich zu vielen anderen Unternehmen relativ gut durch die Krise gekommen ist. Fadi Naoum bestätigt diesen Effekt auch für die Sportbranche und hebt dabei „die Bedeutung von Softwarelösungen für die individuelle Trainingssteuerung oder die Kommunikation zwischen Trainern und Spielern“ hervor. Der SVP und Head of Sports and Entertainment bei SAP beobachtet eine gestiegene Nachfrage. Der Walldorfer Technologiekonzern habe mit dem Produkt SAP Sports One „eine Plattform geschaffen, in der alle Funktionalitäten integriert sind – vom Teammanagement über die Trainingssteuerung und die Gesundheitsdaten bis hin zur Kommunikation mit den Spielern“.

SAP habe die Corona-Krise genutzt, um gerade die Entwicklungen im Bereich der individuellen Trainingssteuerung weiter voranzuführen, führt der Chefentwickler von SAP weiter aus. Hier teste man aktuell „mit zwei, drei Clubs“, um das Produkt noch im Mai ausrollen zu können, skizziert Naoum den Zeitplan. Einige Clubs würden aktuell ihre Defizite im Bereich Digitalisierung zu spüren bekommen: „Die Digitalisierung hat einige – sage ich – kalt erwischt“, sagt Naoum. Auch deshalb seien bereits einige neue Clubs mit kurzfristigen Anfragen auf SAP zugekommen.

SPONSORs im Gespräch mit Fadi Naoum, Head of Sports and Entertainment bei SAP

Ein Thema, das auch vor dem Hintergrund der – unter anderem von der Deutschen Fußball Liga (DFL) – anvisierten Geisterspiele stärker in den Fokus rückt, sind Zukunftstechnologien wie Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) oder Künstliche Intelligenz (KI). Naoum rechnet hier mit einem weiteren Wachstum, glaubt jedoch nicht, dass diese Technologien durch die Krise nachhaltig das Live-Erlebnis in Frage stellen: „Die Stimmung im Stadion kann man nicht durch AR oder VR ersetzen“.

Ein Thema, welches gerade in Zeiten von Corona weiter an Bedeutung gewonnen habe, sei die Kommunikation der Clubs mit ihren Fans. Hierfür biete SAP seinen Partnern ebenfalls spezielle Software an, durch die Clubs ihre Anhänger noch individueller ansprechen können. Unter anderem vom FC Bayern München würden die Services aktuell sehr intensiv in der Fan-Interaktion genutzt.

Am Ende des Gesprächs sendet Naoum ein positives Signal an bestehende Partner des Clubs: „SAP hat sich immer im Sport engagiert.“ Er glaube nicht, dass die Corona-Krise einen Einfluss auf die Engagements haben werde.