Beier

Interwetten-CEO Beier: „Wir verlieren aktuell 70 bis 80 Prozent unseres Umsatzes“

Die Sportwettenanbieter sind besonders hart von der Corona-Krise getroffen. Dominik Beier, CEO von Interwetten, gewährt im persönlichen Gespräch Einblick, mit welchen Umsatzverlusten das maltesische Unternehmen rechnet und welche Auswirkungen die aktuelle Krise auch auf bestehende Partnerschaften im Sport hat.

Aufgrund der Corona-Pandemie ruht derzeit der Spielbetrieb nahezu aller Sportarten auf der ganzen Welt. „Uns wurde durch den Shutdown praktisch die Geschäftsgrundlage genommen“, beschreibt Beier, CEO von Interwetten, die Auswirkungen für den Sportwettenanbieter. Die Einnahmeverluste könne sein Unternehmen inzwischen ziemlich genau beziffern: „Wir verlieren aktuell 70 bis 80 Prozent unseres Umsatzes“, berichtet Beier. Es sei klar, dass „die Branche so etwas nicht ewig durchstehen könne“, zeigt sich der Interwetten-Vorstandssprecher besorgt von der angespannten wirtschaftlichen Lage.

Das bleibt offenbar nicht ohne Konsequenzen für bestehende Verträge: „Klar ist, wenn uns die Umsätze so massiv wegfallen, wird es uns schwerfallen, Investitionen und Partnerschaften, die wir bisher hatten, in der Größenordnung weiterzuführen“, skizziert Beier die aktuelle Situation. Eine langfristige Planung sei in der derzeitigen Phase schlicht nicht möglich: „Das, was bisher geplant wurde, haben wir eigentlich jetzt schon über den Haufen geworfen. Und wir können jetzt auch schwer sagen, was wir bis zum 31. Dezember 2020 budgetieren können“, führt der CEO aus.

SPONSORs im Gespräch mit Dominik Beier, CEO von Interwetten

Ein Lichtblick in dieser schweren Zeit sei die jüngst von der österreichischen Regierung signalisierte Bereitschaft die heimische Fußball-Bundesliga mit Geisterspielen fortzusetzen, erzählt Beier. Er hoffe, dass diese Entscheidung auch einen Effekt auf andere Länder habe, so der Österreicher weiter. Mit geringeren Einnahmen für sein Unternehmen rechne er dadurch nicht: „Ich persönlich glaube, dass es auf das Wettverhalten keinen Einfluss haben wird, ob Leute im Stadion sitzen oder nicht“, gibt sich Beier optimistisch.

Ein weiteres Thema, dass die Sportwetten-Branche aktuell beschäftigt, ist der neue deutsche Glücksspielstaatsvertrag, der hierzulande ab Sommer 2021 in Kraft treten soll. Doch die veränderte Glücksspielgesetzgebung kann Beier nicht über die Corona-Krise hinwegtrösten. Im Gegenteil: „Die Lösung, wie sie jetzt auf dem Tisch liegt, ist nach wie vor die schlechteste, die mir in Europa bekannt ist“, kommentiert Beier. Immerhin mit der Ergänzung, dass sie „besser aussehe als noch vor rund einem Jahr“.