Glücksspirale

Glücksspirale-Vorsitzende Sturm: „Wir sind per se der Partner des Sports“

Die Glücksspirale gehört hierzulande seit über 50 Jahren zu den größten Geldgebern des Sports. Über 800 Millionen Euro hat die staatliche Einrichtung seit ihrer Gründung in den Sport investiert. Friederike Sturm, Vorsitzende der Glücksspirale und Präsidentin der Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung, erklärt im Video-Interview mit SPONSORs, warum der Sport „die Keimzelle der Glücksspirale“ ist und welche strategische Bedeutung er für das Unternehmen hat.

Dass die Glücksspirale eines Tages zu den größten und beständigsten Geldgebern des deutschen Sports gehört, war bei der Gründung nicht absehbar. Im Gegenteil: Die Lotterie wurde 1970 mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Bauten für die Olympischen Spiele von 1972 in München und Kiel kurzfristig zu finanzieren.  „Man hat aber schnell gemerkt, dass die Glücksspirale bei den Teilnehmern sehr beliebt ist“, blickt Friederike Sturm, Vorsitzende der Glücksspirale und Präsidentin der Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung, zurück. Das Einstellen der Glücksspirale kam demzufolge nicht mehr in Frage. Weitere Sportgroßevents wie die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurde mit Geldern aus dem Lotterie-Topf bezuschusst. Das Vorgehen hatte sich in der Folge verselbständigt: „Das war der Start, der Sport ist die Keimzelle der Glücksspirale“, sagt Sturm.

Neben dem Sport, der in 50 Jahren kumuliert etwa 800 Millionen Euro erhielt, kamen im Laufe der Zeit weitere Destinatäre hinzu. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege wurde bis heute mit 690 Millionen Euro durch die Glücksspirale unterstützt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz erhielt seit 1991 etwa 540 Millionen Euro. Zudem stellt die Glücksspirale in einigen Bundesländern weiteren Destinatären finanzielle Mittel zur Verfügung, wobei sich dies und die Themenwelt von Bundesland zu Bundesland unterscheidet. Insgesamt flossen an die regionalen Empfänger über ein halbes Jahrhundert nochmals über 320 Millionen Euro. In Summe konnte die staatliche Einrichtung in den vergangenen 50 Jahren über 2,3 Milliarden Euro für die Gemeinnützigkeit aufbringen.

31 Millionen Euro für den DOSB

2020 erlöste die Glücksspirale mit ihren Spieleinsätzen rund 250 Millionen Euro. 69 Millionen Euro davon (27 Prozent) gingen direkt an sogenannte Destinatäre – also an Gewinner des Glücksspiel. Der Sport hat darüber hinaus noch zusätzliche Mittel zu Verfügung gestellt bekommen. Über 31 Millionen Euro gingen seit der Einführung der Sieger-Chance, einer Zusatzlotterie der Glücksspirale, seit Juli 2016 an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Ursprünglich waren die Gelder für die Finanzierung der Olympischen Spiele 2024 in Hamburg vorgesehen. Die Ausrichtung der Spiele 2024 wurde bekanntermaßen per Volksentscheid abgelehnt. 

Das Geld fließt trotzdem in den Sport: „Die Empfänger entscheiden dabei selbstständig über ihre Projekte“. Die Glücksspirale sei kein klassischer Sponsor, der eine Gegenleistung bekommt. Vielmehr „sind wir per se der Partner des Sports“, sagt Sturm. Mit kommunikativen Maßnahmen hält sich die Glücksspirale deshalb zurück. Bis auf wenige Ausnahmen: Beispielsweise hat der Glücksspiel-Anbieter kommunikative Maßnahmen wie Kampagnen im Zuge der Olympischen Spiele auf den eigenen Displays in den Annahmestellen abgespielt. „Das hat eine Rückwirkung auf die Lotterie und macht sie sympathisch“, sagt Sturm. Gewinner der Glücksspirale ist am Ende immer auch die Gesellschaft, die von der gemeinnützigen Förderung profitiert.

Foto: Glücksspirale / Lotto Bayern

SBC