Niehage

Flatex-CEO Niehage: „Wir wollen in 24 Monaten unsere Kundenzahl verdoppeln“

Ende Juni wurde Flatex als neuer Haupt- und Trikotsponsor von Borussia Mönchengladbach vorgestellt. Im persönlichen Gespräch erklärt CEO Frank Niehage, wie die „Fohlen“ bei den ambitionierten Wachstumspläne des Unternehmens helfen sollen und welches Wachstumspotenzial der Online-Broker in der Finanzierung von Fußballclubs sieht.

Flatex, der neue Hauptsponsor von Borussia Mönchengladbach, hat große Ziele. „Wir wollen innerhalb von 24 Monaten unsere Kundenzahl verdoppeln“, sagt Frank Niehage im Gespräch mit SPONSORs. Die Partnerschaft mit den Gladbachern, die sich Flatex in den kommenden drei Jahren erfolgsabhängig zwischen acht und zehn Millionen Euro pro Saison kosten lässt, soll diesen Plan unterstützen und Flatex national wie international bekannter machen. Das sich das Sponsoring rechnet, zeigte die Entwicklung an der Börse schon am Tag der Verkündung des neuen Hauptsponsorings: „Unser Aktienkurs ist an dem Tag über mehrere Prozent gestiegen und hat schon 60 Millionen Unternehmenswertsteigerung am ersten Tag bewirkt“, blickt Niehage zurück.

„Bleiben auch bei Platz drei oder vier Hauptsponsor”

Borussia Mönchengladbach wurde bewusst als Partner ausgewählt: „Wir haben uns auch andere Vereine angeschaut und mit anderen Vereinen Kontakt aufgenommen”, sagt Niehage. Den Ausschlag zugunsten der Borussia, die in der kommenden Saison auch in der UEFA Champions League startet, habe am Ende „die Kombination aus Solidität, Wertekultur- und Gemeinschaft sowie sportlichem Erfolg und Internationalität” gegeben.

Nachdem die Postbank vor rund einem Jahr angekündigt hatte, ihr Engagement als Hauptsponsor zu beenden „gab es in Gladbach das Window of Opportunity“, so der CEO von Flatex. Auf die Partnerschaft mit Mönchengladbach blickt er nun genauso ehrgeizig wie auf die Unternehmensziele von Flatex: „Am liebsten würde ich sehen, dass Borussia Mönchengladbach Deutscher Meister und Champions-League-Sieger wird“, sagt der Flatex-CEO und fügt augenzwinkernd hinzu, dass sein Unternehmen auch bei einem dritten oder vierten Platz gerne Hauptsponsor bleibe.

Vor einigen Jahren war Flatex bereits als Sponsor im Motorsport sowie Basketball aktiv. Niehage, seit 2014 CEO von Flatex, begründet das Comeback seines Unternehmens im Sportsponsoring nach einer längeren Pause. Der Online-Broker sei in den vergangenen stark gewachsen und habe dabei zunächst große Investitionen im Bereich IT getätigt. „Nun wollen wir die nächste Wachstumsphase einleiten“, sagt Niehage. Hierbei soll die große Reichweite die Flatex als Hauptsponsor von Borussia Mönchengladbach erzielt helfen, um die Bekanntheit des Unternehmens zu steigern. Als „Marktführer in Europa“ will sich Flatex laut Niehage nun „für die breite Masse öffnen. Fußball-Sponsoring ist dafür optimal.“

Fußballclub-Finanzierung: „Noch Wachstumspotenzial“

Aktuell sorgt Corona für Schwankungen auf dem Aktienmarkt, davon wollen Flatex-Kunden profitieren und damit profitiert auch Flatex selbst. „Unsere Kunden handeln aktuell drei- bis viermal so viel wie sonst“ gibt Niehage einen Einblick. Der Aktien- und Wertpapierhandel sei das Hauptgeschäft von Flatex. Aber auch ein vielen unbekanntes Nebengeschäft des Unternehmens – die Finanzierung von Fußballclubs in Form der Vorfinanzierung von Fernsehgeldern sowie Sponsoren- und Transferzahlungen – könne in diesen Zeiten noch zulegen, so Niehage: „Wir sehen hier allemal noch Wachstumspotenzial.” Der Anteil der Fußballclub-Finanzierungen am sogenannten Factoring-Geschäft von Flatex lag 2019 bei fast 150 Millionen Euro und machte damit zuletzt rund 77 Prozent dieses Geschäftsbereichs aus.

Das Sponsoring bei Borussia Mönchengladbach soll laut Niehage künftig mit einigen Events aktiviert werden. Zudem spielt auch das Stadion-Erlebnis für ihn eine wichtige Rolle – wenn es wieder in vollem Umfang zu genießen ist. „Die Loge ist unsere Visitenkarte“, sagt der Flatex-CEO. Hier sollen künftig die besten Kunden des Flatex-VIP-Clubs zu Spielen der Borussia eingeladen werden. Auch deshalb hofft er, dass „spätestens im kommenden Jahr” wieder unter Einhaltung der Corona-Regeln Fußball vor Zuschauern in den Stadien möglich ist.

Foto: Flatex