Golombek

Exasol-CTO Golombek: „Nur der Anfang einer breiteren Marketing-Strategie“

Der Börsengang, ein Mitarbeiterzuwachs um knapp 50 Prozent sowie Partnerschaften mit dem DFB und dem 1. FC Nürnberg: Das Unternehmen Exasol hat ein ereignisreiches Jahr 2020 hinter sich. Mathias Golombek, CTO des Software-Herstellers, analysiert im Video-Interview mit SPONSORs die jüngsten Meilensteine und erklärt, welchen Einfluss Sponsoring auf das B2B- und B2C-Geschäft von Exasol hat.

Wissen Sie, wie viele Unternehmen in jüngster Zeit den Gang an die Frankfurter Börse gewagt haben? Nachdem es 2019 gerade einmal sechs Börsengänge gegeben hatte, waren es im letzten Jahr – trotz der Corona-Pandemie – sogar neun. Exasol kündigte im Februar 2020 nicht nur als erstes Unternehmen des Kalenderjahres seinen Börsengang an der Frankfurter Börse an, sondern setzte diesen dann am 25. Mai 2020 auch als erstes Unternehmen in die Tat um. „Viele haben gar nicht geglaubt, dass es in diesen Marktumständen möglich war“, blickt Mathias Golombek, CTO von Exasol, im Video-Interview der Reihe „SPONSORs im Gespräch“ zurück. „Aber gerade wegen der Corona-Krise gab es einen größeren Fokus auf die Tech-Firmen an der Börse. Daher war der Börsengang auch im Nachgang ein voller Erfolg“, sagt er und ergänzt: „Wer sich unsere Börsenkurse anschaut, sieht, dass es ein sehr erfolgreiches Jahr war.“  

Der Ausgabepreis der Exasol-Aktie lag bei 9,50 Euro. In der Phase um den Jahreswechsel hatte sich der Wert pro Aktie zwischenzeitlich verdreifacht. Mitte Februar bewegte sich die Aktie noch immer im Bereich zwischen 20 und 25 Euro. Quasi parallel zu den steigenden Aktienkursen wuchs 2020 auch die Anzahl der Mitarbeiter von Exasol. „Mitte des letzten Jahres waren es noch 150 Mitarbeiter. Inzwischen sind wir ein Team mit 220 Mitarbeitern“, sagt Golombek. Vor dem Börsengang beschäftigte Exasol vor allem in Deutschland Mitarbeiter. Inzwischen hat das Unternehmen in Frankreich, den skandinavischen Ländern und den Niederlanden sowie in Amerika Personal eingestellt. Nun rückt der asiatische Kontinent in den Fokus. „Es geht gerade jetzt darum, mit dem Börsengeld die richtigen Investitionen zu machen, um dann auch global eine bekannte Firma zu werden und den Wachstumsmodus zu beschleunigen“, erklärt der CTO.  

Die Karriere von Golombek bei Exasol begann 2004, als er als Software Entwickler für das Unternehmen arbeitete. Der studierte Informatiker verantwortete von 2005 bis 2007 das Database-Optimizer-Team und wurde dann 2007 Head of Research & Development. Bereits seit Januar 2014 gehört Golombek zur Geschäftsführung von Exasol und ist seitdem als CTO für das Unternehmen tätig. „Ich bin inzwischen im 17. Jahr bei Exasol und es war sicherlich eines der spannendsten Jahre – wenn nicht sogar das spannendste Jahr“, sagt Golombek. 

Börsengang bringt Sponsoringbudget

Nürnberg ist sowohl der Gründungsort (im Jahr 2000) als auch Unternehmenssitz von Exasol. 20 Jahre nach der Gründung entdeckte der Software-Hersteller das Sportsponsoring für sich. Seit Beginn der Saison 2020/21 ist das Unternehmen Ärmelpartner des 1. FC Nürnberg und zudem seit Herbst neuer Sponsor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Für Exasol waren es die ersten zwei Sponsoring-Engagements im Profisport in der Unternehmensgeschichte. „Durch den Börsengang waren solche Aktivitäten wie Sportsponsoring erstmals möglich“, erklärt Golombek und ergänzt: „Vorher hatten wir immer sehr limitierte Marketingbudgets und konnten gar nicht über solche Sponsorings nachdenken.“

Das Sponsoring beim DFB geht weit über eine reine Logo-Präsenz hinaus. „Vor dem eigentlichen Sponsoringeinstieg beim DFB waren wir bereits Partner“, sagt der CTO. „Die Verantwortlichen hatten sich unsere Datenbank angeschaut, weil sie eine neue deutsche Fußball-Datenbank aufbauen wollen. Von daher gab es schon eine Kooperation auf der technischen Ebene.“ Im Oktober 2020 verkündeten der DFB und Exasol dann eine offizielle Sponsoringpartnerschaft. „Über diesen Weg wollen wir natürlich auch eine internationale Strahlkraft entwickeln. Es ist eine Chance für uns, als globales, größeres Unternehmen wahrgenommen zu werden“, sagt Golombek. Während der anstehenden WM-Qualifikationsspiele der Nationalmannschaft Ende März wird Exasol erstmals im Umfeld eines Länderspiels als Sponsor zu sehen sein.

Bewegungsanalyse der Zuschauer beim FCN

Auch beim 1. FC Nürnberg verfolgt Exasol einen Ansatz, der über die reine Buchung des Rechtepakets hinausgeht. Natürlich sei die Präsenz als regionaler Sponsor und lokaler Arbeitgeber im fränkischen Raum wichtig, doch die Kooperation sei auch datengetrieben, so Golombek. „Der Club hat in den nächsten Jahren Großes vor. Datenanalysen sind dabei ein wesentlicher Bestandteil“, sagt er: „Da können wir als schnellste analytische Datenbank der Welt unseren Teil dazu beitragen.“  

Exasol stellt dabei die eigene Datenbank sowie Know-how zur Verfügung und führt gemeinsam mit dem FCN Berechnungen durch. So wurden bereits erste Analysen während der Heimspiele mit reduzierter Zuschauerkapazität durchgeführt. „Hier wurden zum Beispiel erste Drehkreuz-Daten analysiert, um zu schauen, wie sich Zuschauer im Stadion bewegen und wann sie wo ankommen“, berichtet der CTO. „Das ist ein sehr konkreter Anwendungsfall für die Krise, um den Zuschauern die maximale Sicherheit gewährleisten zu können, wenn die Stadien wieder geöffnet werden.“ 

Die Erkenntnisse aus den beiden Partnerschaften spielen auch für zukünftige Aktivitäten von Exasol eine große Rolle. „Wir werden die Erfolge der beiden Sponsorships messen und dann entscheiden, ob wir das – auch überregional – ausbauen“, erklärt Golombek. Das Unternehmen will sich dabei nicht auf Fußball festlegen, sondern auch in die Überlegungen miteinbeziehen, welche Sportarten in welchen Ländern beliebt sind. Dabei könnte auch ein Engagement im eSport interessant werden. „Als Arbeitgeber in der Software-Branche ist es sicherlich interessant, so auch technikaffine, junge Menschen anzusprechen“, sagt der CTO: „Wir werden noch bekannter werden und Sie werden noch öfter von uns hören. Das ist mit Sicherheit nur der Anfang einer breiteren Marketing-Strategie.“

Foto: Exasol

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