Reichert

ESL-CEO Reichert: „Unsere Zuschauerzahlen haben sich verdoppelt“

Wenn es in Zeiten des Corona-Virus einen Profiteur gibt, so ist das sicherlich der eSport. Im persönlichen Gespräch mit SPONSORs erklärt Ralf Reichert, warum die Zuschauerzahlen drastisch steigen und welche Auswirkungen für die ESL und die eSport-Szene zu erwarten sind. Die Umstellung auf Home-Office scheint beim CEO der ESL indes noch anzudauern. Während des Video-Gesprächs kommt es zu einer kuriosen Szene.

Die Auswirkungen des Corona-Virus haben natürlich auch den eSport und insbesondere den größten Turnierveranstalter der Welt erreicht. Große Veranstaltungen wie das Dota-2-Event in Los Angeles konnten nicht nach Plan stattfinden. Anders als im traditionellen Sport können diese Events allerdings online zeitnah nachgeholt werden. „Wir müssen gar nichts ausfallen lassen“, sagt ESL-Boss Reichert im persönlichen Gespräch mit SPONSORs.

Konsequenzen hat die Krise aber dennoch: Mit einer Online-Austragung wird zwar der Spielbetrieb gewährleistet, die Einnahmen aus Ticketing, Merchandising und Sponsoring fehlen dafür bei der wirtschaftlichen Planung. Im Gegenzug würden laut Reichert aber auch substanzielle Eventkosten wie die Hallenmiete wegfallen. Unterm Strich steht allerdings ein negativer Effekt, resümiert Reichert.

SPONSORs Interview mit Ralf Reichert, CEO ESL

Die Corona-Krise bringt allerdings auch positive Effekte mit sich. So haben sich laut Reichert die Online-Zuschauerzahlen „durch die Bank verdoppelt“. Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Leute befänden sich zu Hause und hätten schlicht mehr Zeit, so Reichert. Zudem gebe es aktuell kaum Unterhaltungskonkurrenz. „Kurzfristig bringen uns die Verdopplung Zuschauerzahlen aber nichts, da nicht viel Geld im Markt ist. Auf langfristige Sicht werden sie uns allerdings wahnsinnig nach vorne bringen“, sagt der ESL-Gründer.

Für ein Kuriosum sorgt Reichert während des Gesprächs als er kurzerhand die Aufzeichnung verließ, um den Rewe-Kurier ins Haus zu lassen. Ob das Teil der Werbestrategie war, oder Zufall, will der ESL-Gründer lieber für sich behalten. Bisher findet sich das Handelsunternehmen noch nicht in der Sponsoring-Pyramide der ESL wieder.