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Dazn-Chef de Buhr: „Das Ziel, Nummer 1 zu werden, ist greifbar“

Der Streaming-Anbieter Dazn gehört ohne Zweifel zu den Gewinnern der nationalen Medienrechtevergabe der Deutschen Fußball Liga (DFL). Der Sender wird ab der Saison 2021/22 seinen Abonnenten an zwei Tagen bis zu vier Bundesliga-Partien pro Spieltag live anbieten. Im Gespräch mit SPONSORs spricht Dazn-DACH-Geschäftsführer Thomas de Buhr über das erworbene Rechtepaket, die Ziele des Streaming-Anbieters und den Einfluss der Corona-Pandemie auf die Auktion.

Spätestens seit der Vergabe der DFL-Medienrechte ab der Saison 2021/22 bis 2024/25 ist klar: Dazn rückt in der Hierarchie der Partner der Fußball-Bundesliga ganz weit nach vorne. Der Streaming-Anbieter sicherte sich das große Rechtepaket D, das die Liga-Partien am Freitagabend (20.30 Uhr) sowie am Sonntag (15.30, 17.30 und 19.30) und somit insgesamt 106 Bundesliga-Spiele umfasst. „Wir haben ein sehr attraktives Portfolio geschaffen“, freut sich Thomas de Buhr, Executive Vice President DACH, im Gespräch mit SPONSORs: „Zwei von drei Bundesliga-Tage, vier von sechs Anstoßzeiten, das passt einfach.“

Der Streaming-Anbieter habe mit dem erworbenen Paket einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Nummer 1 der deutschen Livesport-Sender erreicht. Noch sei unklar, wann dieses Ziel genau da ist. „Es geht weniger um den Zeitpunkt, sondern vielmehr um die Ambition, die Nummer 1 zu werden und das dann weiter ausbauen“, erklärt der Dazn-Chef und ergänzt: „Dieses Ziel ist aber klar greifbar.“ Dazn hält gegenwärtig unter anderem Medienrechte der UEFA Champions League, der UEFA Europa League, der spanischen Primera División, der italienischen Serie A sowie der vier großen US-amerikanischen Major-Leagues (MLB, NBA, NFL, NHL). Nach SPONSORs-Informationen steht der Streaming-Anbieter vor dem erneuten Rechte-Erwerb der UEFA Champions League, beginnend ab der Saison 2021/22 bis zur Spielzeit 2023/24. Der Großteil aller Partien der Königsklasse würde Dazn exklusiv auf der eigenen Plattform ausstrahlen. Das Top-Spiel am Dienstagabend wird die einzige Ausnahme sein - Amazon sicherte sich dieses Rechtepaket. Das wiederum bedeutet, dass Sky ab 2021/22 keine Rechte mehr an der UEFA Champions League haben wird. 

Vor der Ausbreitung des Coronavirus hatte die DFL geplant, die Medienrechtevergabe im Mai durchzuführen. Doch aufgrund der Krise wurde die Auktion auf den Zeitraum zwischen den Zeitraum zwischen den 8. und 19. Juni gelegt. „Die DFL hatte ein sehr gutes Händchen mit diesem Timing“, resümiert de Buhr: „Zu diesem Zeitpunkt spielte die Bundesliga wieder und das Leben hatte sich durch Lockerungen und Maßnahmen wieder auf den Weg in Richtung Normalität bewegt.“

Die DFL wird für die Medienrechte der Saison 2021/22 bis 2024/25 Einnahmen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro pro Saison an die Clubs verteilen. Das ist ein Rückgang um etwa fünf Prozent im Vergleich zu der vorherigen Ausschreibung, bei der die DFL 1,16 Milliarden Euro pro Spielzeit generieren konnte. Der Rückschritt habe laut de Buhr aber wenig mit der Corona-Pandemie zu tun: „Diese hat zu diesem Zeitpunkt keinen großen Unterschied ausgemacht. Wenn die Vergabe im April gelaufen wäre, dann wäre es schwieriger gewesen, weil die Unsicherheiten so enorm waren.“

Foto: picture alliance/Patrick Runte/DAZN/dpa

DFL-Medienrechtevergabe
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