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Bild-Manager Glasmacher: „Das können noch nicht einmal die Live-Anbieter“

Axel Springer hat sich im Bieterwettstreit um die nationalen Bundesliga-Medienrechte zwei interessante Pakete gesichert. Die Verlagsgruppe verkündete daraufhin offensiv, dass es ab der Saison 2021/22 „so viel Bundesliga wie noch nie“ bei „Bild“ zu sehen gibt. Im Gespräch mit SPONSORs zieht Nikolaus Glasmacher, Managing Director Sport der Bild-Gruppe, ein Fazit zur Rechtevergabe und erklärt, wie der Rechteerwerb in die Gesamtstrategie des Medienkonzerns passt.

Nikolaus Glasmacher gehört trotz seiner erst 34 Jahre bereits jetzt zu den führenden Köpfen im Bereich Sport von Axel Springer. Ab dem 1. September wird der Managing Director Sport der Bild-Gruppe darüber hinaus neben Matthias Brügelmann, Chefredakteur Sport der Bild- und Welt-Gruppe, weiterer Geschäftsführer der „Sport Bild“. Bei der Bundesliga-Rechtevergabe ist Glasmacher, als einem der Hauptverantwortlichen bei Axel Springer bei der DFL-Auktion, und seinem gesamten Team ein interessanter Rechteerwerb gelungen.

„Wir sind super happy, wie die Rechtevergabe gelaufen ist“, sagt Glasmacher. Der Berliner Medienkonzern hat sowohl den Zuschlag für Paket M, die Highlight-Clips direkt nach Spielende (Pay), als auch das neugeschaffene Rechtepaket DOOH – für die digitale Außenwerbung – erhalten. „Mit dem Paid-Paket haben wir exklusiv die Möglichkeit als einziger Anbieter im Markt die Highlights direkt nach Abpfiff on demand zu zeigen, hebt Glasmacher die besondere Attraktivität des Pakets M hervor: „Das kann sonst keiner. Das können noch nicht einmal die Live-Anbieter.“

Das Zusammenspiel zwischen den Rechtepaketen DOOH und M bezeichnet Glasmacher sogar als „Traumkombination“. So könne Axel Springer beispielsweise mit kurzen Spielausschnitten auf den Digital-out-of-Home-Screens für seine Highlight-Clips auf Bildplus werben, erklärt er das Potenzial dieser Kombination. Darüber hinaus ergäben sich in diesem Bereich auch neue Vermarktungsmöglichkeiten. Diese Möglichkeiten hätten letztendlich auch den Ausschlag gegeben statt dem Paket N – den Highlight-Clips ab Montag 0.00 Uhr (Free) – auf das Rechtepakt M zu setzen: „Wir haben die Abwägung getroffen, dass für uns eben das exklusive Paid-Recht eine höhere Gewichtung hat und das es besser in unsere Gesamtstrategie passt als das Paket N.“ Das Paket M passe auch sehr gut zum USP der „Bild“, erklärt Glasmacher: „Unser erklärtes Ziel ist es, schon deutlich vor der Sportschau eine Zusammenfassung der Samstags- und der Freitagsspiele anzubieten.“

Gewinnung von Neukunden und Steigerung des CLV

Der Erwerb der Bundesliga-Rechte ist bei Axel Springer klar mit dem Ziel verbunden, neue Kunden für die Paid-Content-Angebote Bildplus und Weltplus zu gewinnen. Dabei kann der Medienkonzern auch auf die Erfahrungen aus vergangenen Rechteperioden zurückgreifen. Denn bereits in den Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17 waren die Highlight-Clips aller Bundesliga-Spiele exklusiv auf allen digitalen Bild-Plattformen zu sehen gewesen. „Was in dieser Zeit sehr gut funktioniert hat, waren die Bundelings, die wir zusammen mit Telekommunikationsanbietern geschnürt haben“, berichtet Glasmacher. Dieses Modell sei auch für die kommende Rechteperiode sehr spannend, gibt er einen Einblick in die Planungen von Axel Springer.

Neben der Gewinnung neuer Kunden gehe es aber auch darum, den Customer Lifetime Value (CLV) zu erhöhen, nennt Glasmacher ein weiteres Ziel, das mit dem Erwerb der Bundesliga-Rechte verbunden ist.Im Vergleich zu den Wettbewerbern um die Bundesliga-Rechte sieht er einen großen Vorteil: „Das gute an unserem Geschäftsmodell ist, dass Sport eine sehr wichtige Komponente ist, wir aber natürlich auch ganz viel weiteren Content haben.“ Dadurch habe „Bild“ die Corona-Krise bislang auch sehr gut überstanden. „Wir haben gerade im Bereich der Vertriebserlöse ein überproportionales Wachstum in Corona-Zeiten verzeichnen können“, erklärt Glasmacher die Unterschiede zu reinen Sportanbietern. Auch im Bereich der Visits und der Unique User sei in Zeiten von Corona eine signifikante Steigerung festzustellen gewesen, wie der Managing Director Sport der Bild-Gruppe berichtet.

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Fußball-Bundesliga: Das zahlen und bekommen die Sender für ihre DFL-Medienrechte

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Fußball im Zentrum der Sportberichterstattung

Der Fußball nehme in der Sportberichterstattung von „Bild“ eine „sehr prominente Rolle“ ein, hebt Glasmacher den Stellenwert der Nummer-eins-Sportart in Deutschland für den Medienkonzern hervor. So hat sich Axel Springer unter anderem im Jahr 2018 die Rechte für die Highlight-Clips aller Spiele des DFB-Pokals im Zeitraum 2019/20 bis 2021/22 gesichert. Darüber hinaus kann das Berliner Medienhaus seinen Kunden durch eine Partnerschaft mit dem Streaming-Anbieter Dazn auch Spiele der La Liga, der Ligue 1 sowie der Serie A anbieten. Im US-Sport besitzt Axel Springer dazu direkte Partnerschaften mit der National Basketball League (NBA) sowie der National Football League (NFL). Die Zusammenarbeit mit der Umsatzstärksten Liga der Welt solle auch in Zukunft fortgesetzt werden, wie Glasmacher ankündigt: „Wir sind gerade dabei den Vertrag mit der NFL zu verlängern.“

Ein Bereich, der bei Axel Springer in Zeiten von Corona weiter an Bedeutung gewonnen hat, ist „Bild Live“. Eine Stärke dieses Produkts sieht Glasmacher in den Verwertungsmöglichkeiten für andere Plattformen. So würde beispielsweise der Fußball-Talk „Reif ist Live“ auch als Podcast, in Online-Artikeln und am nächsten Tag in der Zeitung aufgegriffen werden: „Da kann die breite des Sportkompetenzzentrums perfekt ausgenutzt werden.“ Und der Managing Director Sport der Bild-Gruppe sieht die Sportberichterstattung von „Bild Live“ noch nicht am Ende der Entwicklung angekommen: „Das ist ein Thema, was wir sicherlich weiter ausbauen werden.“

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