Gräfer

Bayerische-Vorstand Gräfer: „Markenbekanntheit um 120 Prozent gesteigert“

Bei der Versicherungsgruppe die Bayerische verantwortet Vorstand Martin Gräfer unter anderem die Themen Marketing und Digitalisierung. Im persönlichen Gespräch begründet er die Verdoppelung des Invests als Hauptsponsor des TSV 1860 München und erklärt, wie die Bayerische die Themen Sponsoring und Digitalisierung verbinden will.

Seit 2016 ist die Bayerische Haupt- und Trikotsponsor des TSV 1860 München. Der Fußball ist für die Versicherungsbranche eine begehrte Kommunikationsplattform. Alleine im deutschen Profifußball sind 26 unterschiedliche Versicherungsmarken präsent: „Ich glaube, dass eine Marke, die Versicherungen repräsentiert, durchaus an ihrer Emotionalisierung arbeiten möchte“, erklärt Gräfer das große Interesse seiner Branche am Sportsponsoring. Ein Aspekt, den auch die Bayerische im Fokus hat.

Nach der ersten gemeinsamen Saison als 1860-Hauptsponsor folgte für die Löwen zunächst der Absturz aus der 2. Bundesliga in die Regionalliga. Dennoch blieb die Bayerische als verlässlicher Partner an Bord. Für Gräfer gab es daran keine Zweifel: Schließlich stelle es „den Kern einer Versicherung dar, dann zur Stelle zu sein, wenn dem Partner schaden droht“. Fast folgerichtig erscheint insofern auch der Schritt in der Corona-Krise: Zur Saison 2020/21 hat die Versicherungsgruppe ihr Engagement auf rund zwei Millionen Euro jährlich verdoppelt. Damit ist die Bayerische mit weitem Abstand der Hauptsponsor mit dem höchsten Invest in der 3. Liga. Das hat mittelfristig die Rückkehr in die 2. Bundesliga zum Ziel. Die Corona-Krise bringt in Bezug auf das Sponsoring laut Gräfer für den Hauptpartner von 1860 momentan nicht nur Nachteile mit sich: „Die Zahlen der 3.Liga-Liveübertragungen haben sich deutlich erhöht und damit hat auch unsere Marke messbar mehr Breite gefunden.“

Mit einem weiteren Sponsoring-Engagement im Fußball hat sich die Bayerische zwischenzeitlich durchaus beschäftigt, diese Pläne aber wieder verworfen. Als Grund führt Gräfer vor allem die begrenzten personellen Ressourcen an, um ein solches Invest auch sinnvoll zu aktivieren und in die Kommunikation einzubinden. Genügend finanzielle Mittel wären für ein weiteres Sponsoring durchaus vorhanden. Der Fokus liegt nun aber klar auf 1860 München. Den Aufstieg als Bedingung für eine Verlängerung des bis Sommer 2022 laufenden Vertrags will Gräfer nicht fordern. Er stellt aber fest: „Es ist ambitioniert unsere Marketingziele in der 3. Liga zu erreichen.“ Mit der bisherigen Entwicklung zeigt er sich trotzdem sehr zufrieden: „Wir haben seit dem Start des Sponsorings 2016 die gestützte Markenbekanntheit regional und national um 120 Prozent gesteigert.“

Investitionen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Die aus der Corona-Pandemie resultierende Wirtschaftskrise wird laut Gräfer auch die Versicherer treffen, jedoch zeitverzögert: „Privatkunden-Versicherer wie die Bayerische sind davon abhängig, dass die Kundinnen und Kunden in Arbeit bleiben“, sagt Gräfer. Auch deshalb helfe das Instrument der Kurzarbeit aktuell auch der Versicherungsbranche. Nachdem bereits 2019 für die Bayerische das beste Jahr der Unternehmensgeschichte war, erwartet Gräfer trotz der Corona-Krise für 2020 erneut ein Wachstum zwischen 15 und 20 Prozent.

Digitalisierung und Innovation sind die Kernthemen mit denen sich Gräfer aktuell beschäftigt. „Wir bleiben weiter als Marke im Angriffsmodus“ kündigt er an. Auch deshalb hat die Bayerische in den vergangenen fünf Jahren rund 50 Millionen Euro in die digitale Infrastruktur investiert. Insbesondere auf den sozialen Kanälen wähnt der Vorstand der Bayerischen sein Unternehmen auf einem guten Weg.

Seit einigen Jahren investiert die Bayerische verstärkt in alternative Assets wie erneuerbare Energien. Mit der Marke „Pangaea Life“ positioniert sich der Versicherer auch mit einem eigenen Produkt im Bereich Nachhaltigkeit. Der 2017 aufgelegte Fonds umfasst mittlerweile über 200 Millionen Euro. Für dieses Thema wurde mit Magdalena Neuner ein Testimonial aus dem Sport verpflichtet. „Glaubwürdigkeit und Verbindlichkeit“, wären laut Gräfer die entscheidenden Auswahl-Kriterien gewesen. Beim Thema Nachhaltigkeit nimmt der Vorstand der Bayerischen auch den Profisport in die Pflicht: „Das fängt für mich schon damit an, wie glaubwürdig ein Verein ist, wenn es darum geht, ethische Werte nach vorne zu bringen“, sieht Gräfer in den kommenden Jahren auch im Sport viel Potenzial in diesem Bereich.

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