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Balkausky: „Ein großer Schritt in die digitale Zukunft“

Vor einer Woche hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) ihre nationalen Medienrechte für den Zeitraum 2021/22 bis 2024/25 vergeben. Die ARD-„Sportschau“ behält einen prominenten Platz in der Bundesliga-Berichterstattung. Im Gespräch mit SPONSORs blickt ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky auf den Ablauf der Auktion, die größten Überraschungen und die Strategie der ARD für die Zukunft.

Die Vergabe der DFL-Medienrechte für den Zyklus 2021/22 bis 2024/25 war für die ARD laut ihrem Sportkoordinator Balkausky „ein voller Erfolg“. „Das Erste“ hat sich erneut die Zusammenfassungen (Erstverwertung im Free-TV) der Spiele der Bundesliga am frühen Samstagabend (Paket I) sowie am Sonntagabend (Paket L) gesichert. Zudem hat die ARD – genau wie das ZDF und Sport1 – erstmals auch digitale Free-Highlight-Rechte erworben (non-exklusives Paket N). Auch die digitalen Plattformen der ARD wie Sportschau.de oder die Mediathek können damit künftig regelmäßig Bundesliga-Inhalte anbieten. Videos vom Bundesliga-Geschehen dürfen ab Montag, 0:00 Uhr, online gestellt werden. „Wir sind sehr zufrieden, da wir uns die traditionellen Pakete erhalten konnten und zudem einen Schritt in die digitale Zukunft gemacht,“ sagt Balkausky im Gespräch mit SPONSORs.

Auch für die ARD war die Ausschreibung in Zeiten von Corona eine besondere. Durch die Krise rechnet Balkausky mittelfristig mit weniger Gebührenzahlern. Auf der anderen Seite hat die ARD in den vergangenen Wochen viel Geld in die Berichterstattung investiert, um die aktuellen Entwicklungen in der Krise dokumentieren zu können. Insgesamt wurde im Zuge dessen auch das Sportrechte-Budget der ARD im zweistelligen Millionen-Bereich gekürzt. Daher bestand laut Balkausky auch durchaus die Gefahr, dass eine oder andere DFL-Paket nicht erwerben zu können. „Uns trifft es also genauso wie die DFL und alle anderen beteiligten Medien.“ Vor diesem Hintergrund hat den ARD-Sportkoordinator das von der DFL erzielte Gesamtergebnis von insgesamt 4,4 Milliarden Euro überrascht: „Ich hätte erwartet, dass das Ergebnis noch niedriger ist.“

Aufgrund der Einsparungen gab es bei der ARD eine klare Priorisierung für den Erwerb der einzelnen Rechte. Grundsätzlich wäre für die ARD auch das kleine Live-Rechte-Paket E, welches nun ProSiebenSat1 erworben hat, interessant gewesen. Finanziell war das laut Balkausky aber nicht darstellbar. Im Gegensatz zu vielen anderen, war für den ARD-Mann der Einstieg von ProSiebenSat1 indes nicht überraschend.

Paket N steht für die Zukunft der ARD.

Zentral für die Zukunftsorientierung der ARD war laut Balkausky der Erwerb des Pakets N für die digitalen Free-Highlight-Rechte. Zwar seien hier nicht die höchsten Rechtesummen geflossen, jedoch gab es für dieses Rechtepaket die meisten Interessenten. „Uns war klar, dass wir hier durchaus etwas mehr bieten müssen, um sicher zum Zuge zu kommen“, sagt Balkausky. Künftig will die ARD die Aktivitäten im digitalen Bereich deutlich ausbauen.

Ob die ARD bei anderen Paketen ernsthafte Konkurrenz hatte, kann Balkausky nicht sagen. „Man weiß am Ende nie wer mitgeboten hat“, sagt der 58-Jährige. „Wir haben das geboten, was für uns wirtschaftlich darstellbar war und was uns die Sportschau wert ist.“

Der generelle Blick auf den Sportrechte-Markt stimmt Balkausky nachdenklich: „Für viele Medienunternehmen lassen sich Sportrechte nicht refinanzieren“, stellt er fest und rechnet in den kommenden Jahren mit einer Sättigung beziehungsweise Beruhigung des Marktes. Insbesondere im Free-TV sei für ihn eine Grenze erreicht. Mögliche Zuwächse sieht er künftig nur noch in den Bereichen Digital und Pay.

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