Schweitzer

Alba-Group-CEO Schweitzer: „Markenbekanntheit sehr stark gestiegen“

Im Juli 2021 feiert die Alba Group Jubiläum: Der Recycling-Spezialist engagiert sich dann seit 30 Jahren als Titelsponsor des Basketballclubs Alba Berlin. Warum Basketball auch nach drei Jahrzehnten weiterhin die passende Sportart für das Unternehmen ist und wie die Recycling-Branche die Corona-Pandemie erlebt, erläutert Vorstandsvorsitzender Axel Schweitzer im Video-Interview mit SPONSORs.

Wenn Sie an langjährige Partnerschaften zwischen Clubs und Unternehmen im deutschen Profisport denken, dürfte Ihnen auch schnell das Engagement der Alba Group mit Alba Berlin einfallen. Seit Juli 1991 ist der Recycling-Spezialist Titelsponsor des Clubs aus der Easycredit Basketball Bundesliga (BBL). „Damals, zu Beginn der Partnerschaft, kamen gerade mal 200 bis 300 Zuschauer zu den Spielen“, erinnert sich Axel Schweitzer. Nun, im Sommer steht das 30-jährige Jubiläum an. „Die Markenbekanntheit ist über die drei Jahrzehnte sehr stark gestiegen. Die positiven Attribute, die mit der Marke Alba verbunden sind, haben sich durch diese langfristige Partnerschaft weiter- und für uns sehr positiv entwickelt“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Alba Group.

1968 wurde die Alba Group von Schweitzers Vater Franz Josef gegründet. Über die Jahrzehnte entwickelte sich das Unternehmen zu einem der weltweit führenden Recycling-Dienstleister und erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von zwei Milliarden Euro. Während andere Branchen unter dem Einfluss der Corona-Pandemie bekanntlich stark leiden, sind die Auswirkungen in der Entsorgungs- und Recycling-Branche nicht so ausgeprägt. „Wir schauen auf ein wirtschaftlich stabiles Jahr 2020 zurück“, sagt Schweitzer: „Unser Geschäft gehört zu denjenigen, die in der aktuellen Krisensituation weniger betroffen sind. Die Konsumgewohnheiten haben sich nur bedingt verändert.“ Im Jahr 2019 konnten durch die Recycling-Aktivitäten der Alba Group mehr als 4,2 Millionen Tonnen Treibhausgase im Vergleich zur Primärproduktion von 32,3 Millionen Tonnen Primärrohstoffen eingespart werden. „Für 2020 rechnen wir in ähnlicher Größenordnung bei der Reduktion von Treibhausgasen“, erklärt Schweitzer.

Treiber der Digitalisierung

Trotz der wirtschaftlich stabilen Ausgangslage steht die Recycling-Branche vor großen Herausforderungen. „Unsere Branche gilt per se nicht als Vorreiter bei der Digitalisierung “, erklärt Schweitzer. Schon 2017 hat die Alba Group daher als eines der ersten Unternehmen ein Innovation Lab gegründet, um die Digitalisierung voranzutreiben. Die Arbeit trägt erste Früchte, etwa in Singapur. Der Stadtstaat hat das Ziel, das führende Land in der Digitalisierung und Umwelt-Nachhaltigkeit zu werden. „Für einen Bezirk in Singapur ist es uns gelungen, ein komplett neues Smart-City-Konzept für Abfallerfassung und Recycling einzuführen“, berichtet der CEO des Berliner Unternehmens.

Im Vergleich mit gewöhnlichen Accelerator-Programmen, die in der Regel an einem Ort umgesetzt werden, geht die Alba Group einen anderen Weg. „Wir haben den Standort des Innovation Lab in die Regionen gebracht, weil wir festgestellt haben, dass es lokal besser läuft und mehr Verbindungen gibt als etwa an einem Ort in einem Berliner Büro“, sagt Schweitzer, der seit 1995 Mitglied des Vorstandes ist.

Konzentration auf Alba Berlin

Schweitzer leitet seit 1998 gemeinsam mit seinem Bruder Eric das Familienunternehmen und ist seit Oktober 2011 Vorstandsvorsitzender der Alba Group. Zudem ist der Doktoringenieur Vorsitzender des Verwaltungsrats der Alba SE. Darüber hinaus ist Schweitzer seit 2006 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Alba Berlin Basketballteam GmbH sowie seit 2016 Vereinspräsident des Alba Berlin Basketballteam e. V. Basketball, und insbesondere Alba Berlin, spielt in der Familie Schweitzer eine große Rolle. Der Start der Partnerschaft geschah dabei eher zufällig. „Die BG Charlottenburg (aus der 1991 Alba Berlin hervorging, Anm. d. Red.) war in die Play-offs gekommen und hatte kein Geld mehr, um die Auswärtsfahrten zu bezahlen. Da hatte mein Vater sich entschlossen, dieses Engagement einzugehen“, erinnert sich Schweitzer.

Abseits der 1991 eingegangenen Partnerschaft mit dem Basketball-Erstligisten hat sich die Alba Group mit größeren Engagements im Profisport zurückgehalten. Das wird auch in Zukunft so bleiben. „Wir haben uns darauf verständigt, dass wenn wir uns engagieren, dann machen wir es richtig oder gar nicht. Daher konzentrieren wir uns auf Alba Berlin.“ Zudem passe der Basketball besser als andere Sportarten zum Unternehmen. „Basketball drückt für uns die Werte aus, die uns als Unternehmen wichtig sind: Teamgeist, Agilität, Innovation, Integration und Nachhaltigkeit.“ Laut SPONSORs DATA zahlt die Alba Group inzwischen eine jährliche Rechtesumme von 1,5 Millionen Euro für das Titelsponsoring beim Club aus der BBL.

Alba Berlin als Sozialakteur

In der fast 30-jährigen Partnerschaft gewann Alba Berlin neunmal die deutsche Meisterschaft und wurde zehnmal Pokalsieger. „Neben den sportlichen Erfolgen ist aber ein wesentlicher Markenkern des Clubs, dass er als professioneller Sozialakteur agiert“, so Schweitzer: „Das Programm des Alba Berlin Basketballteam e. V. geht vom Kitasport bis hin zum Seniorensport und verbindet dabei Ausbildung, Sport und Integration miteinander. Allein in Berlin machen rund 10 000 Kinder mit Alba Berlin aktiv Sport.“ 

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Als im Frühjahr 2020 aufgrund der Pandemie die Hallen geschlossen werden mussten, verlegte Alba Berlin das Angebot in die digitale Welt und erreichte hier mit den Formaten bis zu zwei Millionen Aufrufe auf Youtube. „Ich bin sehr stolz darauf, dass das Angebot vom Bundesinnenministerium aufgegriffen wurde und als langfristig angelegtes Programm weiterentwickelt wird“, sagt Schweitzer. Das BMI fördert das digitale Sportprojekt bis zum Ende des Jahres 2024 mit einer Summe von insgesamt 2,77 Millionen Euro. 

Foto: Alba Group 

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