Zant

7Sports-Geschäftsführer Zant: „Sind jeden Monat um 50 Prozent gewachsen“

Die klassischen Sportsender wurden schwer von der Corona-Pandemie getroffen. Stefan Zant, Managing Director & Co-Founder von 7Sports, berichtet, wie das breitgefächerte Portfolio der ProSiebenSat.1-Tochter in der aktuellen Situation hilft und welche Themen in Zeiten von Corona besonders gefragt sind.

Die Corona-Krise hat nahezu die komplette Wirtschaft getroffen. Das wiederum habe natürlich auch Auswirkungen auf die Werbebuchungen bei seinem Sender, berichtet Stefan Zant: „Es ist eindeutig ein negativer Impact zu sehen.“ Die große Frage sei, wie lange dieser anhalte, so Zant. „Wir kommen mit den Buchungen, die wir haben, wirklich gut durch“, sieht der Geschäftsführer von 7Sports allerdings keine akute Gefahr für die ProSiebenSat.1-Tochter.  

Die Geschäftstätigkeit der Sportbusiness-Unit von ProSiebenSat.1 ist seit der Gründung im Juli 2016 deutlich gewachsen: „Wir haben über die Jahre ein Portfolio von rund 15 Assets aufgebaut“, gibt der Mitgründer einen Einblick in das Angebot von 7Sports. Diese ließen sich in vier verschiedene Geschäftsfelder aufteilen – digitale Assets, TV-Rechte, Live-Events und die Spielerberatung, so Zant weiter. 

Das Digital-Portfolio der ProSiebenSat. 1-Tochter reiche von Ran.de über Sportdeutschland.tv bis hin zum kürzlich vollständig übernommenen Newsportal eSports.com. Im klassischen TV halte 7Sports inzwischen 30 Rechte – unter anderem die Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, die National Football League (NFL) oder die Wrestling-Liga WWE. Ein Segment, das ebenfalls direkt von der Corona-Pandemie getroffen wurde, sind die Live-Events, wie Zant weiter erklärt: „Wir mussten jetzt im ersten Halbjahr alle unsere Events nach hinten schieben.“ Im Bereich der Spielerberatung habe das Unternehmen inzwischen 50 bis 60 Spieler unter Vertrag, deren Daily-Management, aber auch Vermarktung sie übernehmen würden.  

„Angetreten, um Cash zu verdienen“

Im Unterschied zu anderen TV-Sendern hält 7Sports eine Vielzahl an Tochter-Unternehmen beziehungsweise ist an diesen beteiligt. Dieses „ausbalancierte Portfolio“ sei gerade in Zeiten von Corona ein großer Vorteil, berichtet Zant. Wichtig sei ihm und seinem Team, dass sie in den beteiligten Firmen auch das „tägliche Geschäft vorgeben können“, betont der 7Sports-Geschäftsführer. Die Herangehensweise bei den Sportrechten sei ebenfalls eine andere als bei den anderen Sportrechteinkäufern: „Wir sehen das ganze Thema sehr wirtschaftlich, denn wir sind angetreten, um Cash und Ebit zu verdienen.“ 

Im Bereich eSport hat die Sportbusiness-Unit von ProSiebenSat. 1 im August des vergangenen Jahres 100 Prozent der Anteile des eSport-Newsportal eSports.com erworben. Diese Website erlebe aktuell ein beeindruckendes Wachstum, berichtet Zant: „Wir sind jeden Monat um 50 Prozent gewachsen.“ Inzwischen habe die Seite pro Monat 500 000 Visits, so Zant weiter. Sukzessive solle nun auch die Internationalisierung von eSports.com vorangetrieben werden, kündigt der 7Sport-Geschäftführer an.  

Das prominenteste TV-Recht von 7Sports ist die NFL. „Die NFL ist natürlich das Thema, das bei uns logischerweise am teuersten ist“, verrät Zant. Das würde sich jedoch auch im Zuschauer-Zuspruch widerspiegeln: „Wir haben durch den Draft an einem Wochenende eine Million Video-Views gemacht.“ Der Sportmedienfachmann sieht in der NFL gar eines der bedeutendsten TV-Rechte: „Das ist ein Recht, das mittlerweile auf jeden Fall unter den Top-5 in Deutschland ist.“ 

Beim Blick in die Zukunft zeigt sich Zant gerade für Sportdeutschland.tv optimistisch: „Wenn die Fans die Spiele unbedingt sehen wollen, aber nicht in die Halle dürfen, sind sie bei uns auf der Plattform.“