Sportbusiness

SPOAC-Studie: Jeder zweite Branchenteilnehmer von Kurzarbeit betroffen

Die Corona-Pandemie stellt das Sportbusiness bekanntlich vor eine der größten Herausforderung der jüngsten Vergangenheit und verlangt den Marktteilnehmern weiter extrem viel ab. Wie die Branche das vergangene Jahr beruflich erlebt hat, zeigt die aktuelle Studie der SPOAC – Sports Business Academy by WHU.

Der Corona-bedingte „Teil-Lockdown“ sorgte im vergangenen Jahr neben der Schließung nicht systemrelevanter Geschäfte und der Gastronomie auch für die Absage von zahlreichen Sportevents. Die damit verbundenen Einnahmeverluste sorgten im Sportbusiness unter anderem dafür, dass zahlreiche Arbeitgeber davon Gebrauch machten, für ihre Beschäftigten Kurzarbeitergeld vom Staat zu beantragen. Das ergab die aktuelle SPOAC-Studie, an der im Zeitraum zwischen dem 25. Mai und dem 30. Juni 2020 insgesamt 208 Marktteilnehmer der Sportindustrie aus der DACH-Region teilgenommen haben. Insgesamt 47 Prozent der Befragten befanden sich zum Zeitpunkt der Studie in Kurzarbeit.

Beachtenswert dabei ist auch die Tatsache, dass dieses Mittel im Fußball deutlich weniger verbreitet war als in den anderen Sportarten (siehe Grafik unten). Während im Fußball nur 30 Prozent der Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen waren, lag der Wert in den anderen Sportarten mit durchschnittlich 58 Prozent deutlich höher.

Kurzarbeit

Home-Office beschleunigt Digitalisierung

War das Arbeiten aus dem Home-Office vor der Corona-Pandemie noch eine absolute Seltenheit, hat sich dies während der Corona-Einschränkungen signifikant verändert. So arbeiteten mehr als 80 Prozent der Befragten im Studienzeitraum über 70 Prozent von zu Hause aus. Die Verschiebung hin zu mehr Home-Office sorgte nach Angaben der Studienteilnehmer ebenfalls für eine Beschleunigung der Digitalisierung der Arbeitsplätze und der Unternehmen. Die Bewertung der Befragten fiel in dieser Hinsicht durchaus positiv aus: Mit einem Durchschnittswert von 0,94 (-2 entspricht „sehr negativ“ und +2 „sehr positiv“) signalisierten sie, dass die Aussage, ihr Arbeitgeber sei gut auf das digitale Arbeiten vorbereitet gewesen, eher zutrifft.

Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Mitarbeiter im Fußball (0,89) schlechter auf das digitale Arbeiten vorbereitet sah als der Rest (0,97). Allerdings gingen Vertreter des Fußballs dafür umso mehr davon aus, dass sie nachhaltig von den Erfahrungen mit dem digitalen Arbeiten profitieren werden (1,21 vs. 1,16) und schätzen die Bewältigung der Corona-Krise durch ihren Arbeitgeber im Schnitt besser ein als die restliche Sportindustrie (0,92 vs. 0,74).

Optimistischer Blick in die Zukunft

Trotz Kurzarbeit und der damit einhergehenden erschwerenden psychischen Belastung der sozialen Isolation blieben die Befragten recht optimistisch, was den Fortbestand ihres Arbeitsplatzes anbelangte. Insgesamt 45 Prozent aller Teilnehmer hielten es für sehr unwahrscheinlich, dass sie ihren Job aufgrund der Folgen von der Corona-Krise unfreiwillig verlieren würden. Nur neun Prozent beziehungsweise vier Prozent hielten es hingegen für eher wahrscheinlich respektive sehr wahrscheinlich, dass der Arbeitsplatz durch die Pandemie in Gefahr gerät.

Inwiefern sich diese mit dem Arbeitsplatz verbundenen Unsicherheiten auf das Wohlbefinden der Teilnehmer sowie deren Bedürfnis nach Erholung auswirkte, untersuchte die Studie ebenfalls. Interessant ist hier zunächst, dass die Befragten vor Corona am Ende des Tages weniger Schwierigkeiten hatten, sich zu entspannen als während der Pandemie. Insbesondere Teilnehmern in Kurzarbeit fiel es einfacher, am Ende des Arbeitstages zu regenerieren – sie widersprachen der Aussage im Vergleich zu den Teilnehmern ohne Kurzarbeit im Schnitt häufiger.

Das Engagement und die Motivation durch die Führungskraft sind indes in der Krise entscheidende Faktoren, um die Arbeitsmoral des Mitarbeiters aufrechtzuerhalten. Die SPOAC-Studie fand in diesem Zusammenhang einen indirekten Effekt vom Anteil der Fernarbeit auf Arbeitsergebnisse und Leistung, der durch die Interaktion mit dem Vorgesetzten moderiert wird. Demnach war die Arbeitsleistung positiv, wenn die Interaktion mit der Führungskraft im Homeoffice erhöht war und umgekehrt negativ bei reduzierter Interaktion mit dem Vorgesetzten.

Foto: picture alliance / Cordon Press | JOAQUIN CORCHERO

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