Petry

Podcast mit Karsten Petry: Welche Aufgaben das Sportbusiness 2022 lösen muss

Im ersten SPONSORs-Podcast im Jahr 2022 blicken Sporthilfe-Vorstand Karsten Petry und Philipp Klotz zurück auf das Sportbusinessjahr 2021. Welche Themen haben das deutsche und internationale Sportbusiness maßgeblich geprägt? Darüber hinaus wagen die beiden einen Ausblick auf die Trends und Herausforderungen in 2022.

Seit Januar 2021 ist Karsten Petry bei der Deutschen Sporthilfe, im November ist er zum Vorstand Marketing und Vertrieb aufgestiegen. Die Stiftung hat seit ihrer Gründung 1967 bereits rund 53 000 Athletinnen und Athleten gefördert. Die Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen: Zu Buche stehen 270 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen sowie 358 Goldmedaillen bei den Paralympics.

Trotz der beachtlichen Zahlen ist der deutsche Trend im Medaillenspiegel seit Jahren rückläufig. Konnte Sportdeutschland bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona 82 Medaillen bejubeln, waren es im vergangenen Jahr in Tokio nur noch 37. Noch eklatanter fällt der Vergleich bei den Paralympischen Spielen auf. Hier ging die Medaillenausbeute von 171 auf 43 zurück, was ein Minus von fast 75 Prozent bedeutet.

„Es muss ein Umdenken stattfinden“

Petry sieht Sportdeutschland aus diesem Grund an einem wichtigen Scheideweg angekommen: „Wenn uns in Deutschland Sport und Spitzensport weiterhin wichtig ist, auch für die Gesellschaft und als Strahlkraft international, dann muss hier sehr dringend nicht nur nachjustiert werden, sondern da muss ein Umdenken stattfinden.“ Dieses müsse laut dem Sporthilfe-Vorstand „radikaler sein als nur an ein paar Stellschrauben zu drehen“. Dabei bringt er auch eine Rückabwicklung der im Jahr 2006 vollzogenen Fusion des Deutschem Sportbund (DSB) mit dem Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland (NOK) ins Spiel.

Der Weg von Team Deutschland und Team Deutschland Paralympics zurück in die Erfolgsspur wird in jedem Fall eine der großen Herausforderungen von Thomas Weikert, dem neuen Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Ebenfalls vor schwierigen Aufgaben steht Donata Hopfen, die zum 1. Januar 2022 die Nachfolge von Christian Seifert als Geschäftsführerin der Deutschen Fußball Liga (DFL) angetreten hat. Petry hebt hier insbesondere drei Punkte hervor: „Die Zurückgewinnung der Fans, 50+1-sowie der neue Grundlagenvertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ab Sommer 2023“. Die Verhandlungen dürften ab Mitte März intensiviert werden, wenn der neue Präsident an der Spitze des DFB feststeht.

Die Trends und Wachstumsthemen des Sportbusiness

Trotz der großen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie hat es auch 2021 einige positive Entwicklung im Sportbusiness gegeben. So ist das Thema Nachhaltigkeit endgültig im Sport angekommen, was sich auch auf dem SPOBIS 2021 gezeigt hat. Ein Vorreiter in diesem Bereich sind die Bundesliga und 2. Bundesliga, die als erste große Profifußball-Ligen ab der Saison 2023/24 Nachhaltigkeitskriterien fest in ihrer Lizenzierungsordnung verankern werden.

Auch die technische Entwicklung hat sich im vergangenen Jahr rasant entwickelt. Besonders Non Fungible Tokens (NFT) versprechen ein neues Erlöspotential. Fast täglich gab und gibt es neue Meldungen über Sportorganisationen, die versuchen mit der neuen Technologie Profite zu erzielen. Petry findet diese Entwicklung positiv: „Man kann nur durch ausprobieren und lernen, neue Themen entwickeln und die jungen Zielgruppen ansprechen.“

Foto: Privat

SPOBIS