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Podcast mit Johanna Mühlbeyer: Warum es sich im Sportbusiness auch finanziell lohnt, in Diversity zu investieren

Diversität und Inklusion sind Nachhaltigkeits-Top-Themen auch für das Sportbusiness. Wie sich damit sogar Geld verdienen lässt und welche Maßnahmen jetzt ergriffen werden müssen, hat Johanna Mühlbeyer, Gründerin von Equalate, im SPONSORs-Podcast erklärt.

Im Jahr 2022 führt kein Weg mehr an Diversität vorbei. Eine Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young hat diesen Trend jüngst bestätigt. So hat sich die Zahl weiblicher Vorstandsmitglieder in den 160 DAX-Unternehmen innerhalb eines Jahres von 74 auf 94 Topmanagerinnen erhöht. Trotz der positiven Entwicklung war zum Stichtag 1. Januar 2022 in gut der Hälfte der untersuchten Firmen laut EY keine Frau im Führungsgremium vertreten.

Der Sport schneidet im Vergleich zur Wirtschaft in Sachen diverser Führungsteams noch weit schlechter ab. So zeichnet eine kürzlich vom Fachmedium Stadionwelt durchgeführte Untersuchung der Geschlechterverteilung in verschiedenen Geschäftsbereichen in Deutschlands größten Sportligen ein klares Bild: auf der Geschäftsführungsebene der Vereine sind mindestens 92 Prozent Männer. In der Fußball-Bundesliga dominierten sie bis zuletzt sogar zu 100 Prozent in der ersten Führungsebene. Inzwischen gibt es mit Anja Kasper, Geschäftsführerin Digitalisierung beim 1. FC Union Berlin, immerhin eine Frau an der Spitze eines Fußball-Bundesligisten.

Diversität im Unternehmen: Top-down statt Bottom-up

„Es ist definitiv eine Befürwortung von allen Seiten da, dass dieses Thema vorangetrieben werden muss“, sieht Johanna Mühlbeyer, Gründerin und Geschäftsführerin von Equalate, das Sportbusiness aber auf dem richtigen Weg. Da Diversität und Inklusion ein „gesamtunternehmensstrategisches Thema“ seien, müsse dieses auch organisatorisch in der Führungsebene aufgehangen werden. Mit ihrem im Februar 2021 gegründeten Start-up Equalate Sports setzt Mühlbeyer genau hier an und berät Sportorganisationen und Unternehmen in Diversitäts- und Inklusionsfragen. Mit Workshops, Trainings und einem unternehmensübergreifenden Mentorship-Programm, will sie angehenden weiblichen Führungskräften beim Karrierestart helfen.

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Diverse Teams würden nicht nur „höhere Umsätze“ erzielen, sondern auch durch größere Mitarbeiterzufriedenheit „Kosten sparen“, sagt Mühlbeyer. So belegen Studien von Deloitte, dass Fluktuation gerade kleine und mittlere Unternehmen schwerwiegend trifft und pro Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter circa 14 000 Euro kostet.

Anwendungsfall Recruiting

Eine einfache Erklärung, warum der Frauenanteil im Sportbusiness so niedrig ist, lautet häufig: Es gibt schlicht zu wenige weibliche Bewerberinnen. Mühlbeyer nennt im SPONSORs-Podcast klassische Fehler, die viele Unternehmen beim Thema Recruiting begehen. Frauen würden gar nicht auf die Stellenanzeigen stoßen. Ein Lösungsansatz: Gezielt weibliche Plattformen wie „Her Career“ oder das Podcast-Kollektiv „FRÜF – Frauen reden über Fußball“ nutzen.

„Die Formulierung der Stellenanzeige“ spiele ebenfalls eine wichtige Rolle. So hat der Technologiekonzern Hewlett-Packard bereits 2014 in einer Analyse festgestellt, dass sich die männlichen Mitarbeiter bereits dann für eine Beförderung bewarben, wenn sie lediglich 60 Prozent der Anforderungen erfüllten, während Frauen dies nur bei hundertprozentiger Übereinstimmung taten.

Foto: Privat

SBC