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Schalke 04 über neue AR-App: „Vergleichbar mit ‚Pokémon Go‘“

In der Vorwoche hat der FC Schalke 04 als erster Bundesligist eine standortbasierte Augmented-Reality-App gelauncht. Im SPONSORs-Interview erklärt Ashkan Maleki, Senior Director Digital & Content, welche Ziele der Club damit im Bereich Gaming verfolgt und wie die Funktionsweise der App auf andere Bereiche übertragen werden soll.

SPONSORs: Herr Maleki, Schalke 04 hat in der vergangenen Woche „Schalke Quest“ gelauncht. In der App kann der Nutzer mithilfe von Augmented Reality (AR) seine reale Umgebung erkunden und verschiedene Objekte einsammeln. Wie genau funktioniert die App?

Maleki: Von der Grundidee ist unsere neue App beispielsweise gut mit „Pokémon Go“ zu vergleichen. „Schalke Quest“ funktioniert ähnlich, verfolgt aber einen anderen Ansatz. Der Spieler bewegt sich virtuell mit dem Smartphone auf einem Gelände, das mit seiner echten Umgebung übereinstimmt. Dabei kann der Nutzer unterschiedliche virtuelle Aktivitäten finden, etwa ein Quiz zum FC Schalke 04 oder ein interaktives Augmented-Reality-Spiel. Beispielsweise kann der Spieler einen Elfmeter mittels AR parieren. Der Nutzer sieht, wie der Ball auf ihn zufliegt, bewegt das Handy und wehrt damit tatsächlich den Elfmeter ab.

SPONSORs: Ist die neue App überall verfügbar?

Maleki: Das Spiel kann überall auf der Welt genutzt werden. Wir verfolgen damit einen globalen Ansatz und wollen jeden Schalker an dieser Erfahrung teilhaben lassen. Zunächst werden wir die Nutzung der AR-Inhalte allerdings auf das Gelände rund um die Veltins -Arena beschränken. Hier haben wir am vergangenen Wochenende auch den großen Launch der App begleitet. Dazu gab es verschiedene Stände, um den Nutzern die AR-Anwendungen zu erklären. Denkbar wäre, dass wir die AR-Inhalte künftig auch zu Auswärtsspielen, im Trainingslager oder bei unseren Auslandsreisen anbieten.

SPONSORs: Was konkret gab es in der App für die Nutzer am Launch-Wochenende zu entdecken?

Maleki: Wir haben an unterschiedlichen Orten rund um die Arena, zum Beispiel am West-Eingang und am Nord-Eingang, Boxen mit besonderen Inhalten versteckt. So konnten die Fans das Gelände erkunden, um spielerisch ihre Ziele zu erreichen.

SPONSORs: Bei „Schalke Quest“ gibt es auch Duelle, die die Nutzer untereinander austragen können. Wie läuft das konkret ab?

Maleki: Trifft ein Spieler auf einen anderen Spieler, dann können sie sich dazu einladen, gegeneinander zu spielen. Dann kommt es auf Schnelligkeit und Wissen an. Denn, wer zuerst richtig antwortet, gewinnt.

Maleki
Vita
Ashkan Maleki

Ashkan Maleki (35) ist seit Juni 2018 Senior Director Digital & Content bei Schalke 04. Zuvor war er rund zwei Jahre Leiter Club Media des Bundesligisten. In den zwei Jahren zuvor war Maleki freiberuflich im Bereich Marketing tätig. Von November 2012 bis Juni 2014 hatte er als Senior Account Manager bei der Werbeagentur McGarryBowen gearbeitet. Zuvor war er für die Kommunikationsagenturen BBDO in Berlin und Proximity in Düsseldorf tätig gewesen.

SPONSORs: Welchen Stellenwert hat die neue Anwendung in der digitalen Ausrichtung von Schalke 04?

Maleki: Der Bereich Gaming ist für uns generell enorm wichtig. Durch unser eSport-Engagement haben wir seit 2016 bereits eine sehr junge Zielgruppe an uns binden können. Nun wollen wir dieser Zielgruppe weitere Inhalte liefern, die etwas weiter weg sind von dem klassischen Content, den wir grundsätzlich unter der Woche und an den Spieltagen produzieren.

SPONSORs: „Schalke Quest“ wurde gemeinsam mit dem Berliner Start-up ForwardGameAR entwickelt. Besteht diese Partnerschaft nun weiterhin und sind weitere Projekte in Planung?

Maleki: Das Spiel ist für uns zunächst eine einmalige Zusammenarbeit gewesen. Im nächsten Schritt wollen wir die Technologie aber auch auf andere Bereiche anwenden. Beispielsweise ist eine Anwendung für unsere VIP-Kunden geplant, die von ihrem Parkplatz mithilfe von Augmented-Reality-Navigationstechnologie zu ihrer Loge begleitet werden.

SPONSORs: Kommen wir noch einmal auf die neue App zurück: Wie lang ist die Entwicklungszeit für eine solche Anwendung?

Maleki: Das ging relativ schnell. Wir sind auf ForwardGameAR erstmals auf dem „leAD Accelerator“ im Jahr 2017 aufmerksam geworden. Vor knapp einem Jahr haben wir das erste Mal unsere ersten Ideen ausgetauscht. Richtig intensiv entwickelt haben wir die App dann zehn Monate lang.

SPONSORs: Und was muss ein Club finanziell für so eine Anwendung investieren?

Maleki: Das Investment war für Schalke 04 überschaubar, es bewegte sich im niedrigen fünfstelligen Euro-Bereich.

SPONSORs: Mit der App will Schalke 04 die junge Zielgruppe ansprechen und an sich binden. Aber verdienen Sie auch direkt Geld mit der App, beispielsweise pro Download?

Maleki: Wir verdienen mit der App im ersten Schritt kein Geld. In erster Linie ist es ein Angebot für unsere Fans weltweit. Speziell für unsere jungen Fans soll die App lediglich der nächste logische Schritt in unserer modernen und digitalen Ausrichtung sein. Wir wollen zudem die Technologie kennenlernen, um sie dann auf weitere Bereiche auszuweiten.

SPONSORs: Funktioniert die neue App komplett eigenständig oder ist sie in die bestehende App von Schalke 04 integriert?

Maleki: Es handelt sich um eine eigene App. Zunächst wollten wir das Spiel in die Schalke-04-App integrieren. Mit über 100 MB ist „Schalke Quest“ aber bereits so groß, dass wir die App letztlich eigenständig gebaut haben.

SPONSORs: Herr Maleki, vielen Dank für das Gespräch.

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