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Sky holt Premier-League-Rechte von Dazn zurück

Neue Dynamik im deutschen Medienmarkt: Sky gewinnt mit der Premier League erstmals seit Längerem wieder ein signifikantes neues Recht hinzu. Wettbewerber Dazn verliert dagegen erstmals seit Gründung ein zentrales Recht.

Zunächst die Fakten: Sky Deutschland hat sich die Übertragungsrechte der Premier League im Zyklus 2019/20 bis 2021/22 für die DACH-Region sowie Luxemburg und Liechtenstein gesichert. Das Recht umfasst alle Verbreitungswege, also Satellit und Kabel sowie IPTV, Web und Mobile.

Sky hat bereits angekündigt, die Rechte umfassend zu verwerten und will neben den Live-Übertragungen im Pay-TV auch Highlights und Spielszenen der Premier League über die frei empfangbaren Kanäle beziehungsweise Plattformen Sky Sport News HD, "Skysport.de" und über die Social-Media-Kanäle zeigen.

Der Rechtekauf ist aus mehreren Blickwinkeln heraus spannend, vor allem aber beendet er zwei dominante Entwicklungen der vergangenen Jahre: So hat Sky zuletzt eher Rechte verloren, unter anderem die Formel 1 und UEFA Europa League, als neue dazu zu gewinnen – mit Ausnahme der DKB Handball-Bundesliga. Zum anderen hat Dazn bisher alle Rechte halten können, die die Plattform halten wollte. Nun stellt die Premier League den ersten signifikanten Verlust in der noch jungen Geschichte des OTT-Anbieters da. 

Dazn: "Konnten uns auf keine für uns wirtschaftlich darstellbare Variante verständigen"

Diese Umkehr der jüngsten Entwicklungen kommt nur knapp zwei Wochen, nachdem Sky plc, der Mutterkonzern der deutschen Gesellschaft, nach einer jahrelangen Hängepartie verkauft wurde. Neu-Eigentümer ist des US-Kabelnetzbetreiber Comcast.

Mehrere Indizien sprechen dafür, dass Sky nun bei der Premier-League-Ausschreibung – ob nun bedingt durch die neue Eigentümerstruktur oder nicht – signifikant investiert hat, um das Recht zu bekommen.

Zum einen hatte Dazn selbst ein deutliches Interesse, das Recht zu verlängern. Auch, weil es bereits seit der Gründung im Portfolio ist und wie kein zweites mit dem Wachstum in den ersten Unternehmensjahren verbunden ist. So äußert sich Thomas de Buhr, EVP Dazn DACH, deutlich enttäuscht: „Wir hätten diese Liga den Fans auch weiterhin sehr gerne angeboten, haben uns mit dem Rechtehalter aber auf keine für uns wirtschaftlich darstellbare Variante verständigen können. Der Verlust der Premier League schmerzt natürlich." Bisher hatte sich Dazn bei Rechteverlängerungen, wie jüngst bei der La Liga, Ligue 1 und Serie A, immer einigen können, obwohl es zum Teil deutliche Preissteigerungen gegeben haben soll.

Strategisches Invest von Sky?

Dass dies nun bei der Premier League nicht gelang, spricht für ein vergleichsweise hohes Gebot von Sky. Genauso wie auch der Umstand der frühen Vergabe der Rechte. Diese erfolgte nur drei Tage nach der Frist für die Abgabe der Gebote am Montag. Die Rechte wurden also mutmaßlich bereits in der ersten Runde vergeben, was für einen deutlichen Unterschied zwischen den Geboten spricht.

Nach SPONSORs-Informationen zahlt Dazn im aktuellen Dreijahreszyklus zwischen 13 und 14 Millionen Euro pro Jahr. Damit hatte das Unternehmen Sky, das zuvor die Rechte hielt, einst deutlich überboten. So soll Sky zuvor zwischen vier und fünf Millionen Euro pro Jahr geboten haben. Zum aktuellen Abschluss liegen bisher keine belastbaren Zahlen vor, Branchenkenner gehen aber bei der Entwicklung der Ereignisse davon aus, dass Sky künftig pro Jahr deutlich über 20 Millionen Euro für die Rechte zahlen wird.

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