Social Media

Video-Highlights der SBC-Masterclass: Wie Spitzen-Athleten die Potentiale von Social Media besser nutzen können

Über vier Milliarden Menschen weltweit sind auf Social Media aktiv. Für Spitzen-Athleten und ihre Werbepartner liegt in den unterschiedlichen Plattformen großes Potential. Im Rahmen der SPONSORs-Masterclass diskutierten drei Experten aus ganz unterschiedlichen Perspektiven, worauf es beim Markenaufbau ankommt, um Reichweiten und Image bestmöglich zu monetarisieren.

Für die deutschen Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und -athleten dienen die Social-Media-Plattformen zunehmend als Kommunikations- und Vermarktungskanal sowie zur Markenbildung. Doch wie können Athleten und ihre Partner die großen Potentiale auf Social Media bestmöglich ausschöpfen? In der zweiten Ausgabe unserer digitalen Masterclasses 2021, die allen Mitgliedern des Sportbusiness Clubs (SBC) exklusiv angeboten werden, diskutierten wir diese Frage mit Lorenz Beringer, Gründer und Geschäftsführer von Lobeco, Florian Dubbel, Mitglied der Geschäftsleitung der Stiftung Deutsche Sporthilfe, sowie Max Lang, mehrfacher deutscher Meister im Gewichtheben und angehender Olympionike.

Dabei beleuchten die Teilnehmer den Umgang mit sozialen Netzwerken aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Während einzelne Spitzen-Sportler durch ihre Erfolge und Bekanntheit die Potentiale auf Social Media mit professioneller Begleitung bereits für sich und Werbepartner nutzen, ist der Bedarf an Optimierung in der Breite, besonders aber bei medial weniger repräsentierten Sportlern, Clubs und Verbänden, zweifelsfrei gegeben. Das zeigte zuletzt auch eine Studie die von der Deutschen Sporthilfe gemeinsam mit der Social-Media-Beratungsagentur Lobeco durchgeführt wurde.

Gigantisches Wachstum in Nutzung von Social Media

Grundsätzlich liegen die Vorteile der Nutzung von Social Media aufgrund des sich ständig wandelnden Mediennutzungsverhaltens auf der Hand. „Ein 20-jähirger Sportfan bekommt seine Informationen heute anders als früher. Das verändert wahnsinnig viel – sowohl in den Abläufen bis hin zu Rechtefragen in Form von Vermarktung. Somit werden neue Potentiale als auch neue Herausforderungen deutlich“, sagt Beringer. Bei über vier Milliarden Nutzern von Social Media weltweit, die sich auf die unterschiedlichen Plattformen wie Instagram, Twitter, Tiktok oder Linkedin verteilen, sind dabei die richtige Ansprache und zielgruppenspezifischer Content wichtige Faktoren für Erfolg.

Ausschnitt aus der SBC-Masterclass mit Lorenz Beringer von Lobeco.

SBC

Mit seinem Unternehmen Lobeco hat sich Beringer unter anderem auf digitale Transformation und Markenkommunikation spezialisiert, ist mit seinen Teams aus München, Zürich und Shanghai weltweit tätig und zählt auch viele prominente Brands zu seinen Kunden. Er ist überzeugt, dass in der aktuellen, durch die Pandemie ausgelösten Situation nicht nur wegen der zwangsläufig gestiegenen Nutzung von Medien viele neue Möglichkeiten stecken, sondern auch, da „sich die Leute nach positiven Nachrichten sehnen. Ich glaube, dass Athleten größere Vorbilder für die Gesellschaft sein können als je zuvor. Weil sie positive Botschaften transportieren können“, prognostiziert Beringer.

Werbung für die eigene Sportart

Max Lang ist als Gewichtheber, einer in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannten und verfolgten Sportart, ein gutes Beispiel dafür, wie Social Media optimal genutzt werden kann. Was zunächst als Experiment anfing, hat sich inzwischen zu einer beachtlichen Erfolgsgeschichte entwickelt. Der mehrfache deutsche Meister vereint auf Instagram über 100 000 Follower und hat fast 20 000 Abonnenten auf Youtube. Mit seinem Content, der beispielsweise aus Trainingsinhalten, Anleitungen und Tipps besteht, hat sich Lang somit eine Community aufbauen können, die ihn auch für Werbepartner interessant macht. Die erfolgreiche Positionierung erfolgt dabei über eine klare Definition von persönlichen Werten und Themen, die sich im ausgespielten Content wiederfinden.

Ausschnitt aus der SBC-Masterclass mit dem mehrfachen deutschen Meister im Gewichtheben Max Lang.

„Über die Aufklärung über meine Sportart hinaus versuche ich mich auch als Marke zu festigen. Ich versuche als Vorbild zu erscheinen, meine Werte zu vermitteln und darauf aufmerksam zu machen, dass man nichts geschenkt bekommt“, sagt der 28-Jährige. Eine Inspiration und Motivation für seine Fans zu sein, liege ihm besonders am Herzen. Beim Bespielen seiner Kanäle hilft ihm sein Management, er liefert meist nur das Rohmaterial. Der Zeitaufwand für ihn als Sportler liegt selten bei über einer Stunde täglich. Die erzielten Reichweichten und der Aufbau seines Images hingegen macht sich für ihn in mehrfacher Hinsicht bezahlt. Neben einer treuen Community konnte Lang so bereits zwei feste Sponsoren an sich binden.

Wie kreative Kampagnen riesige Reichweiten erzielen

Wie sich bei der Nutzung von Social Media auch Synergien zwischen Sportlern, Clubs, Verbänden oder anderen Institutionen nutzen lassen, zeigt die Stiftung Deutsche Sporthilfe. Besonders die Produktion von Highlight-Content, zum Beispiel beim Zusammenwirken von zwei oder mehreren Sportlern, sorgt nicht selten für einen zusätzlichen Boost, um neue Follower zu gewinnen und weitere Zielgruppen zu erschließen. Mit der Kampagne „Sporthilfespiele“ als Reaktion auf die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele 2020 hat die Stiftung kreativ und überaus erfolgreich aus der Not eine Tugend machen können. „In einer Phase, in der wir nicht viel erwartet haben, konnten wir Reichweiten erzielen, wie wir vorher noch nie erzielt haben“, berichtet Florian Dubbel, Mitglied der Geschäftsleitung und Kommunikationschef der Deutschen Sporthilfe.

Ausschnitt aus der SBC-Masterclass mit Florian Dubbel von der Deutschen Sporthilfe.

In einer siebenwöchigen Challenge traten unterschiedliche Athleten mit abwechselnden Aufgaben gegeneinander an. Für jede Challenge konnte ein Partner als Presenter integriert werden, sodass alle Beteiligten von der Aufmerksamkeit der Aktion profitieren konnten. Damit leistete die Deutsche Sporthilfe für ihre über 4000 Athletinnen und Athleten trotz eines sportlich überaus schwierigen Jahres einen Beitrag zur Förderung und verknüpfte unterschiedliche Netzwerke via Social Media zu einer weitreichenstarken Kampagne. „Wir erkennen daran die großen Chancen und versuchen dabei über Schulungsangebote von unserer Seite Verständnis für das Thema und seine Relevanz zu schaffen“, wendet sich Dubbel vor allem auch an die großen Sportverbände.

Drei Erfolgsfaktoren, um das vorhandene Potenzial als Athlet besser auszuschöpfen:

1) Erfolgreiche Positionierung von Athleten erfolgt über die klare Definition der persönlichen Werte und Themen. Diese müssen sich auch im Content widerspiegeln.

2) Die Vernetzung mit weiteren Athleten kann Reichweiten multiplizieren und Inhalte perfekt verlängern.

3) Zur nachhaltigen Vermarktung bedarf es der umfassenden Partnerintegration: Über Logo-Sichtbarkeit, gemeinsame Formate und/oder Kampagnen.

Foto: picture alliance/dpa | Hasan Bratic

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