Foto: imago images / Sebastian Wells

Ticketing-Analyse der Erst- und Zweitligisten 2019/20

Die Ticketpreise der Bundesliga sind die zweite Saison in Folge leicht gesunken. Dennoch sind die Preise für Saisontickets in Deutschlands höchster Spielklasse im Mittelwert gestiegen. Die Zweitligisten haben die Preise für Tageskarten indes ebenfalls angehoben. Zwischen beiden Ligen ist der durchschnittliche Preisunterschied derzeit nur noch marginal, wie die SPONSORs Ticketing-Analyse zeigt.

Wie bereits in den vergangenen Jahren hat SPONSORs die günstigsten (ohne Ermäßigung) und teuersten Ticketpreise (inklusive Topspiel-Zuschlag) in den Kategorien „Tagestickets“ und „Dauerkarten“ (ohne VIP-Tickets) für alle 36 Fußball-Erst- und -Zweitligisten ermittelt.

Für ein Tagesticket der günstigsten Kategorie muss ein Zuschauer in der Bundesliga derzeit durchschnittlich 15,00 Euro zahlen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Preissenkung um 20 Cent (Vorsaison 15,20 Euro). Somit ist es bereits die zweite Saison in Folge, dass der Durchschnittspreis für ein Bundesligaspiel in dieser Kategorie leicht fällt und womit gleichzeitig ein Fünf-Jahres-Tief erreicht wurde. Das letzte Mal, als Fans ein Bundesligaspiel zu einem noch tieferen Durchschnittspreis besuchen konnten, war das die Spielzeit 2014/15 (14,90 Euro). 

Infokasten
Bundesliga: günstigstes und teuerstes Ticket 2019/20

Tageskarte:

Günstigste: 11,00 Euro (1. FSV Mainz 05) 

Teuerste: 99,00 Euro (Hertha BSC Berlin) 

Dauerkarte:

Günstigste: 145,00 Euro (FC Bayern, VfL Wolfsburg)

Teuerste: 884,00 Euro (FC Schalke 04)

Ticketpreise in der Bundesliga
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Ticketpreise für Tageskarten in der Bundesliga 2019/20. Grafik: SPONSORs

Insgesamt haben sechs Bundesligisten ihre Tagesticket-Preise im Vergleich zum Vorjahr angepasst – der Großteil nach oben. Relativ wurde am kräftigsten beim SC Freiburg am Preis geschraubt. Durch eine Erhöhung um gut 30 Prozent liegen die Breisgauer nun bei 17,00 Euro (Vorjahr 13,00 Euro) für das günstigste Ticket.

Wenig überraschend haben auch die Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln und SC Paderborn ihre Ticketpreise erhöht. Während sich Paderborn (15,00 Euro) mit einem Aufschlag von weniger als zehn Prozent für das günstigste Ticket begnügte, erhöhte Zweitligameister Köln (16,00 Euro) seinen Preis für ein Spiel im Rheinenergie-Stadion um drei Euro beziehungsweise 23 Prozent. Beim dritten Aufsteiger Union Berlin gab es keine Änderungen im Vergleich zur letzten Saison. Nur ein Bundesligist hat indes die Preise in dieser Kategorie gesenkt – die TSG Hoffenheim. Der Club setze seine günstigste Ticketkategorie von 18,00 Euro auf 14,00 Euro runter, eine Minderung um mehr als 28 Prozent, und liegt somit unterhalb des Ligaschnitts.

Die teuersten Tageskarten im Angebot der 18 Bundesligisten kosten derzeit im Schnitt 69,80 Euro. Das bedeutet einen Preisrückgang um 80 Cent im Vergleich zur Vorsaison. Somit sinkt der Preis auch in dieser Kategorie die zweite Spielzeit in Folge. In der Vorsaison 2018/19 sank der Preis für das teuerste Ticket bereits um 2,30 Euro. Das entspricht einer Senkung von 4,3 Prozent innerhalb der vergangenen zwei Spielzeiten.

Vergleich Premiere League: mal günstiger, mal teurer

Im Vergleich: In der Premier League liegt das günstigste Tagesticket durchschnittlich bei 30,75 Euro (27,5 Pfund) und ist damit rund doppelt so teuer wie in der Bundesliga. Überraschend dabei ist, dass dieser Wert durch den FC Liverpool noch einmal erheblich gedrückt wird. Obwohl internationaler Spitzenclub verlangt der derzeitige Arbeitgeber von Trainer Jürgen Klopp für sein günstigstes Tagesticket nur 10,10 Euro (zirka 9,00 Pfund). Damit wäre der FC Liverpool selbst in der Bundesliga preiswertester Ticket-Anbieter.

In der Kategorie der teuersten Tagestickets zeigt sich derweil ein anders Bild. Hier liegen die Bundesliga-Preise trotz zwei aufeinander folgender Senkungen noch immer relativ hoch – zumindest im internationalen Vergleich mit der Premier League. Im Unterschied zur günstigsten Ticket-Kategorie bepreisen die englischen Clubs ihre teuerstes Tagestickets mit 58,60 Euro im Schnitt deutlich unterhalb der Bundesligisten. Damit liegt die umsatzstärkste Liga der Welt 11,20 Euro beziehungsweise 16 Prozent unter dem Bundesligaschnitt.

Grafik: SPONSORs
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Die Preisentwicklung von Tages- und Dauerkarten in der Bundesliga. Grafik: SPONSORs

Dauerkartenpreise steigen weiter

Vor dem Hintergrund der leichten Preissenkungen in der günstigsten und teuersten Tagespreis-Kategorie in der Bundesliga erscheint es zunächst durchaus überraschend, dass die Dauerkartenpreise im selben Zeitraum gestiegen sind. Zuschauer müssen in der laufenden Spielzeit im Schnitt 185,00 Euro für ein Saisonticket zahlen, im Vorjahr waren es noch 178,60 Euro und somit 6,40 Euro weniger. Auch der Preis für die teuerste Dauerkarte steigt um 14,70 Euro auf 715,00 Euro. Der FC Schalke 04 sticht in der Liga mit der teuersten Dauerkarte (884,00 Euro) hervor.

In der Regel wird die Preisdifferenz vor allem durch die unterschiedliche Liga-Zusammensetzung beeinflusst: Spielzeiten, in denen Clubs mit vergleichsweise preiswerten Tickets abgestiegen und Clubs mit vergleichsweise teuren Tickets aufgestiegen sind, können die Werte spürbar verändern. In dieser Spielzeit ist der Aufsteiger SC Paderborn maßgeblich für den durchschnittlichen Preisanstieg in der Liga verantwortlich. Der SCP bietet seine günstigste Dauerkarte mit 225,00 Euro 40,00 Euro beziehungsweise 21 Prozent über dem Ligaschnitt an. Die Absteiger Hannover 96 und 1. FC Nürnberg haben für die zurückliegend Spielzeit mit 185 beziehungsweise 190,00 Euro deutlich weniger für ihre Saisontickets verlangt. Durch diesen Effekt steigt der Mittelwert. 

2. Bundesliga preislich auf Bundesliga-Niveau

Sportlich kann die 2. Bundesliga dem Oberhaus nur schwer das Wasser reichen. Die Eintrittspreise spiegeln diesen Klassenunterschied jedoch nicht wirklich wider. Denn die günstigste Karte für ein Zweitligaspiel kostet in dieser Spielzeit mit durchschnittlich 13,40 Euro gerade einmal 1,60 Euro weniger als in der Bundesliga. Dabei ist der Preis einmal mehr leicht gestiegen. Gleichwohl sich dieser über die Jahre nur geringfügig nach oben verändert hat.

Infokasten
2. Bundesliga: günstigstes und teuerstes Ticket 2019/20

Tageskarte:

Günstigste: 11,00 Euro (SV Sandhausen) 

Teuerste: 85,00 Euro (Hamburger SV, 1. FC Nürnberg) 

Dauerkarte:

Günstigste: 130,00 Euro (1. FC Heidenheim)

Teuerste: 663,00 Euro (Hamburger SV)

Über die zurückliegenden fünf Spielzeiten stiegen die Preise für die günstigsten Tickets für ein Zweitligaspiel kumuliert um knapp zwei Euro und somit um 16,5 Prozent. Aktuell müssen die Fans beim 1. FC Nürnberg (16,00 Euro) und Hamburger SV (17,00 Euro) für einen Stadionbesuch in der preiswertesten Kategorie sogar noch tiefer in die Tasche greifen als beim Bundesliga-Durchschnitt. Für elf Euro können Zuschauer ein Zweitligaspiel beim SV Sandhausen am preiswertesten sehen. Damit ist das günstigste Zweiliga-Angebot auf demselben Niveau wie in der Bundesliga.

Die Preisentwicklung der teuersten Tickets in der 2. Bundesliga zeigt mit Ausnahme der Saison 2017/18 einen stetigen Anstieg. Wobei die Preisobergrenze deutlich unterhalb der Bundesliga liegt: 40,80 Euro verlangen Zweitliga-Clubs im Schnitt für ihre teuersten Eintrittskarten und damit rund 29,00 Euro weniger als Bundesligisten. Die beiden Ausreißer nach oben heißen auch hier VfB Stuttgart (72,00 Euro) und Hamburger SV (64,00 Euro), die mit ihren Preisen für die teuerste Zweitliga-Dauerkarte auf Bundesliga-Niveau liegen.

Grafik: SPONSORs
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Ticketpreise für Tageskarten in der 2. Bundesliga 2019/20. Grafik: SPONSORs

Dauerkartenpreise sinken

Die Entwicklung der Dauerkartenpreise in der 2. Bundesliga verläuft konträr zur Preisentwicklung der Tagestickets. Während die Preise für Tageskarten sukzessive steigen, sinken die Preise für Saisontickets. Aktuell zahlt man im Fußball-Unterhaus durchschnittlich 167,50 Euro für ein Saisonticket. Das sind exakt 10,00 Euro weniger als in der vergangenen Saison (177,50 Euro). Damit liegt die 2.Liga bei ihren Dauerkartenpreisen im Mittelwert lediglich 17,50 Euro unterhalb eines durchschnittlichen Bundesliga-Saisontickets, was entsprechend rund ein Euro pro Heimspiel entspricht.

Die günstigste Dauerkarte bietet mit 135,00 Euro der FC Heidenheim an. Dem gegenüber steht Erzgebirge Aue mit dem teuersten Saisonticket für 216,00 Euro. Der Club hebt sich mit seiner Ticketpreis-Politik deutlich von seinen Konkurrenten ab: Selbst die günstigste Dauerkarte von Aue ist noch immer rund 60 Prozent teurer als die von beispielsweise Heidenheim und liegt rund 29 Prozent über dem durchschnittlichen Liga-Preis.

Der Preis für die teuerste Dauerkarte ist ebenfalls gefallen – von 515,00 auf 505,00 Euro. In der dieser Kategorie ist der Hamburger SV Spitzenreiter. 663,00 Euro kostet dort das teuerste Saisonticket und somit nahezu das Doppelte von beispielsweise SV Sandhausen, deren Maximalpreis für eine Dauerkarte 357,00 Euro beträgt.

Grafik: SPONSORs
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Die Preisentwicklung von Tages- und Dauerkarten in der 2. Bundesliga. Grafik: SPONSORs

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