Mark Schober

DHB-Vorstand Schober: „Dann fehlt es an allen Ecken und Enden“

In Person von Mark Schober gewährt ein weiterer großer Sportverband sehr persönliche Einblicke in seine Arbeit in Zeiten des Corona-Virus. Im Gespräch mit SPONSORs erklärt der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Handballbundes (DHB), warum sein Verband nicht vor einer Insolvenz steht und welche finanziellen Einbußen kompensiert werden müssen. Trotz der Krisensituation macht er Mut für die Zukunft und hebt dabei die Kreativität seiner Mitarbeiter hervor. 

Mit den Auswirkungen des Corona-Virus habe natürlich auch der DHB zu kämpfen: „Wir machen uns schon große Sorgen um den Handballsport in Gänze“, sagte Schober im persönlichen Gespräch. Insbesondere seien zunächst die Clubs aus der Bundesliga betroffen, denen massive Einnahmen aufgrund des Aussetzens des Spielbetriebs verloren gehen. „Wenn der Spielbetrieb weiter ausgesetzt bleibt, fehlt es an allen Ecken und Enden“, so Schober.  

Anders als im Fußball sind für Handballclubs die Ticketing-Einnahmen mit rund 50 Prozent bei weitem der größte Umsatzposten. Trotzdem hält Schober die Austragung von Geisterspielen als mögliches Szenario für sinnvoll: „Das bringt uns bei den Medienrechten und den verbundenen Sponsoring-Rechten schon weiter.“ 

Mit Blick auf den wirtschaftlichen Betrieb des DHB blickt Schober optimistisch in die Zukunft: „Bei uns droht aktuell glücklicherweise keine Insolvenz. Vor fünf Jahren hätte ich noch gesagt, wir sind nach drei Monaten insolvent“. Trotzdem hatte der DHB laut Schober durch das abgesagte Länderspiel am 13. März in Magdeburg einen kurzfristigen Verlust in Höhe von 300 000 Euro hinnehmen müssen. „Das ist bei einem 10-Millionen-Euro Jahresumsatz keine gar zu kleine Zahl“, sagte der DHB-Vorstand.  

SPONSORs Interview mit Mark Schober, Vorstandsvorsitzender DHB

Austragung des Rewe Final Four: „Das wird eine Herausforderung“

Das Rewe Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal wurde bereits auf Ende Juni verlegt. Ob dieser Termin eingehalten werden kann, sieht Schober inzwischen kritisch: „Wir wissen seit heute, dass die europäische Handballföderation zur gleichen Zeit Champions-League-Spiele durchführen will, insofern wird das eine Herausforderung“. 

Bei den vielen negativen Konsequenzen der Corona-Krise sieht Schober aber auch Aspekte, die Mut machen. „Wir haben unglaublich kreative Mitarbeiter, die innerhalb kürzester Zeit etwa Mitmachangebote für Kinder geschaffen und Podcast-Formate auf die Beine gestellt haben“. Daher sehe er die Chance, „in diesen Dingen“ sogar gestärkt aus der Krise hervorzukommen.  

Foto: imago images / Joachim Sielski