DEL-Chef Tripcke

DEL-Chef Tripcke über Geisterspiele: „Extrem schwierig durchzuführen“

Die DEL hat als erste deutsche Profisportliga ihre Saison abgebrochen. Im persönlichen Gespräch mit SPONSORs stellt Gernot Tripcke klar, dass diese Entscheidung alternativlos war. Zudem spricht der DEL-Geschäftsführer über mögliche „Geisterspiele“ im Eishockey und erklärt, warum die Liga „Glück im Unglück“ hatte.  

Erstmals in ihrer Geschichte musste die Deutsche Eishockey Liga (DEL) ihre Play-offs absagen. Die Liga hat – im Gegensatz zu vielen anderen Profisportligen in Deutschland – eine schnelle Entscheidung getroffen. „Wir hatten einen Zeitraum bis Ende April. Bis zum 20. April war klar, dass wir überhaupt nicht spielen können. Das heißt in zehn Tagen war da nichts mehr zu retten“, fasste Gernot Tripcke den Entscheidungsprozess zusammen.  

„Glück im Unglück“ habe die DEL insbesondere aus „sportlogistischer Sicht” gehabt, so der DEL-Geschäftsführer: „Wir hatten nicht den ganz großen Druck wie die Kollegen.“ In der diesjährigen DEL-Saison hätte es ohnehin keine Absteiger gegeben. Zudem konnte die Hauptrunde zu Ende gespielt werden und somit die Champions-League-Plätze sportlich fair vergeben werden.

SPONSORs im Gespräch mit Gernot Tripcke, DEL-Geschäftsführer

Dennoch gebe es logischerweise große wirtschaftliche Einbußen: „Wir gehen alleine bei den Clubs von 15 bis 20 Millionen Euro aus“, sagte der DEL-Geschäftsführer. Zur Einordnung: Gemessen am Gesamtumsatz von rund 130 Millionen Euro machen die Play-offs über 15 Prozent aus. 

Indes steht Tripcke einem möglichen „Geisterspiel“-Szenario kritisch gegenüber: „Von der wirtschaftlichen Seite ist das für uns extrem schwierig Geisterspiele durchzuführen.“ Der Spielbetrieb im Eishockey sei ein „extrem teurer“. Zudem könne man nicht in kleinere Spielstätten ausweichen, da die TV-Produktion nur in den bestehenden Arenen gewährleistet werden könne. „Das sind Kostenfaktoren, die uns extrem stark benachteiligen“, so Tripcke.