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Gastbeitrag Sportbusiness Club

Wenn Fan-Mitbestimmung zum Geschäftsmodell wird!

Wenn Fans langfristig dem Fußball fernbleiben, droht ihm das Schicksal anderer Sportarten. Geldgeber suchen sich Alternativen. Das Fan-Engagement-Konzept „dein-club.de“ ist eine Chance, um Fans und Vereine wieder näher zusammenzubringen – und Geld zu verdienen. Ein Gastbeitrag von unserem Sportbusiness Club Mitglied.

Corona ist an vielen Stellen der Katalysator für längst überfällige Entwicklungen. Das ist in allen Lebensbereichen zu beobachten. Die Präsenzkultur in deutschen Büros wird infrage gestellt und darauf geschaut, welche Ergebnisse Menschen erzielen. Eine gute Entwicklung. Kirchen streamen Gottesdienste und erreichen auf einmal wieder viel mehr Menschen als vor der Pandemie. Ebenfalls eine spannende Entwicklung. Der Profisport anderseits blickt einer Herausforderung entgegen, deren Ergebnis vielleicht nicht derart positiv zu bewerten ist. Wenn Routinen unterbrochen werden, ist das auch eine Gefahr

Zuschauer und Fans dürfen nicht mehr ins Stadion, nicht mehr beim Training vor Ort zusehen. Ihnen fehlt der Kontakt zu den Mannschaften, zu Spielern. Im Ruhrgebiet gibt es eine Redensart, die den Stellenwert des Fußballs auf den Punkt bringt: „Warum gehst du eigentlich immer ins Stadion?“ Die Antwort: „Weil Samstag ist.“

Diese Selbstverständlichkeit, diese Routine, die gibt es so während und möglicherweise auch nach Corona nicht mehr. Wer einmal entwöhnt wurde, wer Alternativen gesucht und gefunden hat, der entwickelt in der Regel neue Routinen. Der Kontakt zum Sport, zur Mannschaft, zum Fan-Sein, geht verloren. Es wäre eine fatale Entwicklung, wenn sich diese, genauso gestalten würde. Denn mit dem Fan, der eine hohe Leidenschaft in das „Fan-Sein“ investiert, geht auch ein zahlungswilliger und zahlungskräftiger Kunde verloren. Schrumpft das Interesse am (analogen) Sport, werden auch diejenigen sich neu orientieren, die ihn finanzieren: Sponsoren und Medienhäuser. Ein früherer Fußball-Nationalspieler sagte neulich im Gespräch: „Jeder, der heute mit dem Fußball Geld verdient, muss darauf achten, dass die Relevanz nicht verloren geht. Geht Relevanz verloren, werden auch die Töpfe kleiner.“

Relevanz behalten durch Mitbestimmung Wie können Clubs die Relevanz behalten? In dem sie ihren Fans die Chance bieten, zum Verein dazu zugehören und nah bei ihrem Team zu sein. Nah an den Stars und am Vereinsleben. Digitalisierung überbrückt Distanzen und schafft Räume für eine neue Nähe. Interaktion, die Auseinandersetzung des Fans mit dem Verein, ist dabei wichtiger als eine große Reichweite. Denn Reichweite bedeutet nicht Relevanz. Aber wie kann dies gelingen? Die Formate sind unterschiedlich. Exklusiver Content, die eine Möglichkeit. Eine gute Digitalisierungsstrategie für den Vereinsalltag – die andere. Wie wäre es, wenn Fans aus aller Welt hinter die Kulissen schauen? Wie hoch wäre das Engagement der Fans, wenn man sie gar in Entscheidungsprozesse miteinbeziehen würde? Zum Beispiel im Merchandising? Der Fan entscheidet mit, was produziert wird und zu welchem Preis es verkauft wird?

Relevanz ist nicht nur etwas, das Sportvereine in Zukunft weiter brauchen. Relevanz ist auch etwas, dass sich jedes Individuum wünscht. Geben wir Menschen Sichtbarkeit und eine Stimme, zahlen sie es in der Regel mit Loyalität und Engagement zurück. Autor: Patrick Baur, doppelpass.digital