Gastbeitrag
Gastbeitrag Sportbusiness Club

Warum mangelt es an Interesse für Frauensport?

Eine Studie von YouGov untersucht unter anderem die Medienkonsumgewohnheiten rund um den Frauensport. Anhand globaler Daten aus 13 Märkten, bietet YouGov einen tiefen Einblick in die Barrieren und Einstellungen der Verbraucher. Ein Gastbeitrag von YouGov Sport.

Eigentlich wäre für die Fußball-Europameisterschaft der Männer, die aktuell stattfindet, gar kein Platz gewesen. Für den Sommer 2021 war nämlich regulär die Fußball-EM der Frauen geplant. Die UEFA hat sich allerdings dafür entschieden, die Fußball-EM der Männer wegen der Coronapandemie vom Jahr 2020 auf 2021 zu verschieben. Und weil anscheinend klar gewesen wäre, dass sich nur wenige für die EM der Frauen interessiert hätten, wenn sie mehr oder weniger gleichzeitig mit der, der Männer ausgetragen würde, hat die UEFA die Frauen-EM auch gleich um ein Jahr verschoben.

Italiener haben größtes Interesse an Profisport der Frauen

40 Prozent der weltweit Befragten geben an, Profisport der Männer zu verfolgen. Ungefähr die Hälfte, 19 Prozent, sagen das für den Profisport der Frauen. Einen Unterschied gibt es auch zwischen den Geschlechtern der Zuschauer: Frauen verfolgen generell deutlich weniger Profisport, der Unterschied zwischen dem Konsum von Profisport der Männer und Frauen ist unter ihnen aber deutlich geringer ausgeprägt als bei den Männern. Man könnte auch sagen: Frauen interessieren sich zwar nicht gleich stark, aber doch deutlich ausgeglichener für Männer- und Frauen-Profisport als die männlichen Zuschauer.

Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland im Mittelfeld. Das Land mit dem höchsten Anteil an Interessierten am Frauen-Profisport unter den von uns untersuchten Ländern, ist Italien mit 33 Prozent. Das geringste Interesse zeigen die Briten mit 12 Prozent. 18 Prozent der Deutschen geben an, Frauen-Profisport zu verfolgen.

Die beliebtesten Sportarten beim Frauen-Profisport

Die meisten der von uns in 13 Märkten Befragten verfolgen beim Profisport der Frauen Fußball. Dann kommt Badminton, was zum Beispiel in Indonesien und Indien sehr beliebt ist. Auf Platz drei bis fünf folgen Basketball, Tennis und Volleyball.

Tennis nimmt hier eine gewisse Sonderrolle ein, weil es eine weltweit beliebte Sportart mit einer hohen medialen Präsenz ist und zudem von Einzelsportlerinnen ausgeübt wird. Insofern ist es erklärbar, dass die drei weltweit bekanntesten Sportlerinnen Tennisspielerinnen sind: Serena Williams, Maria Scharapowa und Naomi Osaka. Mit großem Abstand folgen Simone Biles (Turnen), Lindsey Vonn (Abfahrtsski), Megan Rapinoe und Alex Morgan (beide Fußball).

Vermutlich wird der Profisport der Männer noch viele Jahre beliebter bleiben als der der Frauen. Die Daten aus unterschiedlichen Ländern zeigen aber, dass das kein Naturgesetz ist. Sportlerinnen, Teams, Vereine, Verbände, Unternehmen, Sponsoren und Medien können, wenn sie wollen, durch entsprechende Maßnahmen die Aufmerksamkeit auf den Frauensport lenken und das Interesse für ihn steigern.

Für einen umfassenderen Blick in die Daten kann die vollständige Studie hier heruntergeladen werden: https://sport.yougov.com/women-in-sport-global-report-2021/?utm_medium=advertising&utm_source=sponsors&utm_campaign=WP-2021-06-Global-Women-in-sport

SBC