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Gastbeitrag Sportbusiness Club

Studie: Wie ein erfolgreicher Einstieg in den Esports-Markt gelingt

Die Esports- und Gaming-Industrie boomt – Laut PWCs Sportbusiness-Studie 2020 ist es die Sportdisziplin mit dem höchsten prognostizierten Umsatzwachstum in den kommenden Jahren. Erfahren Sie, wie ein erfolgreicher Einstieg in das Gaming Business gelingen kann. Ein Gastbeitrag von unserem Sportbusiness Club Mitglied Munich Business School.

Mit einem Marktumsatz von über einer Milliarde Dollar im Jahr 2020 und geschätzten drei Milliarden Spielern weltweit ist Gaming zu einem globalen Phänomen herangewachsen und ist nun offizieller Teil des Sport- und Entertainment-Business. Trotz steigender Relevanz bringt die Gaming-Welt auch Herausforderungen mit sich, welche einen Einstieg erschweren. Mangels vorgefertigter Muster und einer Vielzahl an Einstiegsoptionen tun sich Unternehmen oft schwer, ein geeignetes Konzept zu erarbeiten und mögliche Vorteile zu nutzen. Um typische Muster von Entscheidern zu analysieren, befragte ein Forscherteam der Munich Business School Sportvereine, Sponsoren und Beratungsagenturen, die täglich an Marketingaktivierungen im Esports arbeiten. Die Ergebnisse erschienen kürzlich in einem angesehenen Fachjournal, dem European Journal of International Management. In diesem Gastbeitrag fasse ich die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und möchte Grundlagen bereitstellen, die einen Einstieg in das Esports- und Gaming-Business erleichtern.

In erster Linie sollte ein Engagement in der Gaming Branche sehr gut vorbereitet sein, da das Fundament für ein erfolgreiches Konzept aus einer klaren Zielsetzung und den richtigen Schlussfolgerungen aus initialen Recherchen besteht. Sportvermarkter sollten eindeutige Ziele definieren, eine detaillierte Zielgruppenanalyse durchführen und genau wissen, welche Botschaft transportiert werden soll. Der Aufbau von internem Fachwissen und eine Kooperation mit spezialisierten Agenturen ist sehr wichtig, um Unternehmensziele mit den Besonderheiten der Branche abzugleichen und eine passgenaue Engagement-Strategie zu entwickeln.

Eine intensive Beobachtung und Analyse von Events, Turnieren und relevanten Plattformen wie Twitch, Twitter und Reddit hilft, ein Gefühl für die unterschiedlichen Gaming Communities zu bekommen und geeignete Kanäle für Marketingaktivierungen zu identifizieren. Es empfiehlt sich, auch an Diskussionen innerhalb der Communities teilzunehmen. Gamer stehen neuen Organisationen generell offen gegenüber, besitzen allerdings auch ein feines Gespür für geheucheltes Interesse und bloße Logo- oder Produktplatzierungen. Daher ist es empfehlenswert, durch informativen und unterhaltsamen Content auf Augenhöhe mit der Community zu kommunizieren und einen Mehrwert für die Zielgruppe zu schaffen, der den Weg zu einer natürlichen Interaktion ebnet.

Esport ist schon lange kein Nischenthema mehr, sondern rückt mehr und mehr in den Mainstream des Sportbusiness. Ich möchte Sie ermutigen, sich mit der Esport- und Gaming-Branche vertraut zu machen, da diese unsere Gesellschaft in Zukunft zunehmend prägen wird. Junge Generation wachsen mit Esport auf und werden diese Erfahrung auch in ihr Berufs- und Erwachsenleben mitnehmen. Dadurch entsteht schon in kurzer Zeit eine ganz anderes Selbstverständnis der Branche.

Die vollständige Studie mit dem Titel "Reaping the digital dividend? Sport marketing's move into esports: insights from Germany" ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.inderscience.com/info/inarticle.php?artid=113265 Sollten Sie an weiteren Details interessiert sein, können Sie sich gerne direkt an Kilian Kramer wenden: k.kramer@eslgaming.com

Foto: picture alliance / dpa-tmn | Zacharie Scheurer