Munich Business School
Gastbeitrag Sportbusiness Club

Die digitale Transformation im Sports Business beschleunigen

Die Digitalisierung bietet ungeahnte Chancen für wirtschaftlichen Fortschritt und Wohlstand. Dabei hält digitale Transformation weltweit Einzug in sämtliche Wirtschafts- und Industriebereiche. Während die Digitalisierung in der IT-Branche bereits weit fortgeschritten ist, hängt sie in anderen Wirtschaftsbereichen weit zurück, so auch im Sports Business. Warum ist das so? Ein wesentlicher Grund dafür ist die fehlende Erfahrung zur digitalen Transformation bei Entscheidern betroffener Organisationen. Dies zu korrigieren ist Ziel der Initiative Digital Sports Business an der Munich Business School. Ein Interview mit den Coaches Prof. Dr. Heiko Seif und Harald Ostermann. Ein Gastbeitrag von unserem Sportbusiness Club Mitglied Munich Business School. 

Warum habt Ihr an der Munich Business School eigentlich ein Programm für die neuen Entscheider im Bereich Digitalisierung speziell für Sports Business ins Leben gerufen?

Harald: Ich begleite bereits seit 20 Jahren mit der Innovationswerkstatt Firmen, Branchen und Regierungen auf ihre Reise in die Zukunft. In meinen Augen ist das Thema Digitalisierung derzeit der Enabler für New Business und Innovation.

Heiko: Vor drei Jahren haben wir immer wieder festgestellt, dass sich unsere Absolventen als Digital Natives schwertun, im Sports Business richtig Fuß zu fassen. Als ich den Vorstand einer führenden Institution darauf ansprach, sagte dieser „Sie bilden Studierende auf einem hohen Niveau der Digitalisierung aus, auf dem wir noch gar nicht sind. Bitte helfen Sie uns, auf dieses Niveau zu kommen, dann können wir Berufseinsteiger auch halten und uns von innen erneuern.“ Das war der Ursprung für das CDO Programm an der MBS. Wir starten im Oktober bereits mit der fünften Runde in unser CDO Programm. Unsere Teilnehmer qualifizieren sich mit der Ausbildung häufig für die Position des Chief Digital Officers in der Geschäftsführung. Unsere Teilnehmer bringen den Zeitgeist ins Unternehmen und gestalten zusammen mit den Berufseinsteigern die digitale Transformation.

Gibt es Gründe warum Ihr jetzt ein Programm konkret auf die Sportbranche zugeschnitten habt

Harald: 2020 haben wir für die deutsche Sportbranche einen Sports-Futurethon durchgeführt. Studierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben vor 200 Entscheidern aus der Sportbranche aufgezeigt, wie sie ein Sport Start-up auf Basis neuer Business Opportunities gründen würden. Als Nebeneffekt kam in meinen Augen deutlich heraus, dass Sport allgemein faszinierend, motivierend und euphorisierend ist, hingegen das Sports Business dem Zeitgeist ein wenig hinterherläuft. Mit unserem Programm würden wir gerne die Entscheider von morgen mit dem Mindset, Tools und Skills so ausrüsten, dass die digitale Transformation mit Begeisterung angegangen wird. 

Heiko: Da ich damals die akademische Leitung für Sports Business an der Munich Business School übernommen habe, war ich gleich von Haralds Idee begeistert. Während die Digitalisierung in anderen Branchen bereits weit fortgeschritten ist, liegt sie im Sports Business bis auf einige wenige Ausnahmen deutlich zurück. Meine Motivation ist es, dies schnellstmöglich zu ändern und die digitalen Fertigkeiten gerade in Institutionen des Sports auf- und auszubauen. 

Welche Qualifikationen erhalten die Teilnehmer nach dem kompletten Programm?

Harald: Die Teilnehmer sind nach erfolgreichem Abschluss in der Lage, ein etabliertes Unternehmen für das Thema New Business & Digitalisierung mit frischem Wind zu begeistern und es zukunftsorientiert aufzustellen.

Heiko: Sie bauen Methodenkompetenzen auf, die sie ad-hoc am nächsten Tag im Unternehmen erfolgreich anwenden können. Das digitale Umfeld von Kunden und Fans gehört dabei ebenso dazu, wie die Gestaltung digitaler Geschäftsmodelle, in denen ein enormes Potenzial für zusätzliches Geschäft schlummert.

Wer wäre aus Eurer Sicht für das Programm am besten geeignet?

Harald: Wir suchen Teilnehmer, die neugierige Entscheidungsträger sind, die neues Geschäft durch Digitalisierung ergründen und mit Energie das Unternehmen oder die Organisation auf die nächste Entwicklungsstufe heben wollen.

Heiko: Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass die Nachfrage nach Führungskräften mit modernem Führungsstil und relevantem Know-how zu innovativen Technologien und Geschäftsmodellen das Angebot um ein Vielfaches übersteigt. Dies bestätigt so Martina von Hettinga, Managing Partnerin von i-Potentials, der international führenden Personalberatung für digitale Spitzenpositionen aus Berlin. Deshalb eignet sich unser Programm insbesondere für Führungskräfte aus dem mittleren Management, die sich intrinsisch für den nächsten Karriereschritt vorbereiten wollen.

Welche Ziele verfolgt Ihr mit dem Digital Sports Business Programm langfristig?

Harald: Wir wollen den Bereich Sports Business in Deutschland mittel- bis langfristig mit den Themen rund um Digitalisierung neu aufstellen, um die Sport-Branche in der Breite ins digitale Zeitalter zu führen. Dies soll aus meiner Sicht in den Unternehmen und Organisationen von innen geschehen, in dem Mitarbeiter und Führungskräfte zum erfolgskritischen Thema Digitalisierung kontinuierlich auf neuestem Stand gehalten werden.

Heiko: Mit SPONSORs als Partner wollen wir über die reine Fortbildung hinaus eine Plattform im süddeutschen Raum schaffen, auf der sich Player aus Wissenschaft und Praxis zu brandaktuellen Themen im Sports Business regelmäßig austauschen. Insbesondere für Sportarten jenseits von Fußball und Formel 1, die bekanntlich finanziell gut ausgestattet und digital gut unterwegs sind, ergibt sich daraus die Möglichkeit, Sportarten übergreifend voneinander zu lernen und die digitale Transformation zu beschleunigen.

AUTOREN
Prof. Dr. Heiko Seif und Harald Ostermann

Prof. Dr. Heiko Seif ist akademischer Direktor für Sports Business & Communication an der Munich Business School. Er verantwortet als Forschungsdekan mehrere Forschungsprojekte zur digitalen Transformation in der deutschen Wirtschaft.

Harald Ostermann ist Geschäftsführer der Innovationswerkstatt. Gemeinsam mit Heiko Seif leitet er das Executive Education Programm „Chief Digital Officer“ an der Munich Business School, das in Kooperation mit Kollegen der Stanford University entwickelt wurde. Er verantwortet Projekte zu New Business Development und digitaler Transformation. Konzerne wie Apple, Siemens und Würth, aber auch Organisationen wie der VDI, die European Championships und die Gründerwoche Deutschland vertrauen auf seine Arbeit.