Meeske

Podcast mit Michael Meeske: Positionierung als führende 360-Grad-Fußballclub-Plattform

In einem rund eineinhalbjährigen Prozess hat der VfL Wolfsburg eine neue Unternehmensstrategie erarbeitet. Im SPONSORs-Podcast spricht VfL-Geschäftsführer Michael Meeske über die Implementierung, erste umgesetzte Maßnahmen, wie die Management-Methode Objectives und Key Results (OKRs), sowie das Ziel der „Wölfe“, sich als eine der führenden 360-Grad-Fußballclub-Plattformen zu positionieren.

Bereits im Jahr 2019 hat der VfL Wolfsburg begonnen, eine neue Unternehmensstrategie zu entwickeln. „Wir haben uns Gedanken über unser Idealbild gemacht und darüber was es braucht, um unsere Aktivitäten an diesem Idealbild auszurichten“, sagt Michael Meeske, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, im SPONSORs-Podcast. Die Strategie sei angelegt an die Fußballstrategie des VfL-Gesellschafters Volkswagen. Das daraus entstandene Zielsystem soll bis Sommer 2021 in allen drei Geschäftsführungsbereichen ausgerollt werden. Bei der Implementierung setzt der VfL zum einen auf die von Juppi Lee geführte Abteilung „Unternehmensentwicklung“, zum anderen werden die Wolfsburger auch von Volkswagen Consulting – der Managementberatung von VW – unterstützt.

360-Grad-Anspruch

Im Markenkern will sich der VfL Wolfsburg als eine der „führenden 360-Grad-Fußballclub-Plattformen“ positionieren, erklärt Meeske. Das beinhalte „neben dem Bundesliga-Team der Männer auch die Themen eSport und Frauenfußball“, führt der ehemalige kaufmännische Vorstand des 1. FC Nürnberg sowie kaufmännische Geschäftsleiter des FC St. Pauli aus: „Es gibt nicht viele Clubs, die es schaffen in all diesen Bereichen relevante Angebote zu offerieren.“

Bei der Festlegung der ambitionierten Ziele setzt der VfL seit Anfang Februar 2021 als erster Fußball-Bundesligist auf die von Google angewendete Objectives-und-Key-Results-Erfolgsmethode. Dadurch erhoffen sich die Wolfsburger nicht nur die Motivation ihrer Mitarbeiter zu erhöhen, sondern auch die Effektivität im Club zu steigern. Die OKRs werden auf allen Unternehmensebenen und für jeden Mitarbeiter definiert. Im Fokus stehen Themen wie die Steigerung der Kosteneffizienz, die stetige Verbesserung der Servicequalität und der weitere Ausbau des Bereichs Corporate Social Responsibility (CSR). „Bis zur Abteilungsleiterebene können sich alle Führungskräfte angucken: Wo steht die andere Abteilung?“, hebt Meeske die große Transparenz des OKR-Systems hervor.

„Global Football Community“

Der Volkswagen-Konzern beschäftigt weltweit mehr als 600 000 Mitarbeiter und verkaufte im vergangenen Jahr rund 9,3 Millionen Fahrzeuge. „Damit haben wir eine spannende Anzahl an Menschen, die wir mit interessanten Angeboten erreichen wollen.“ Schon heute ist der VfL mit seiner Fußballschule rund um den Globus aktiv – unteren anderem in Brasilien, China, Mexiko und den USA. Diese Internationalisierung soll gemeinsam mit VW weiter vorangetrieben werden, um so eine „Global Football Community“ aufzubauen.

Der nächste Schritt ist eine feste Infrastruktur an den internationalen VW-Standorten. Dabei gehe es um eine Mischung aus „Experience Center und Academy – mit Fußballplätzen, Umkleidekabinen und Aufenthaltsräumen“, verrät Meeske. Darüber hinaus denkt der VfL auch über eine digitale Fußball-App nach, „wo man jeden Tag die Möglichkeit hat, Übungen zu erhalten, Challenges zu bestreiten und sich zu vernetzen“, so der VfL-Geschäftsführer.

Investitionen im Bereich Sport-Tech

In Zukunft will der VfL auch seine Innovationsgeschwindigkeit weiter erhöhen und neue Benchmarks setzen. Mitte November 2020 traten die Wolfsburger als erster Profifußball-Club der Welt der „Race To Zero“-Initiative der Vereinten Nationen, die das Ziel verfolgt bis 2025 die Emissionen auf Netto Null herunterzufahren. Des Weiteren plant der VfL massive Investitionen im Bereich Sport-Tech, wie Meeske berichtet: „Wir werden in den nächsten ein, zwei, drei Jahren ein paar spannende Innovationsthemen bei uns im Stadion erlebbar machen.“ Die Themen reichen von „5G über digitale Zuschauerleitsysteme bis hin zu Virtual und Augmented Reality“.

Zu guter Letzt haben die „Wölfe“ ein „Sponsoring for Equity“-Programm gestartet, welches der Club nutzen will, um in ausgewählte Start-ups zu investieren. Der erste Abschluss könnte bereits in Kürze erfolgen, wie Meeske verrät: „Wir sind seit fünf, sechs Monaten mit einem Start-up in intensiven Gesprächen. Das könnte sich jetzt auch in den nächsten Wochen realisieren, dass es dort eine konkrete Partnerschaft gibt.“

Foto: SPONSORs / picture alliance

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