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Verkaufsgerüchte um IMG

Das Private-Equity-Unternehmen Forstmann Little & Company plant angeblich den Verkauf der weltweit größte Vermarktungsagentur IMG. Schon im März könnten hierzu die ersten Schritte eingeleitet werden. Erste Übernahmekandidaten kursieren bereits im Markt.

Das Private-Equity-Unternehmen Forstmann Little & Company könnte schon im März eine Investmentbank für den Verkauf von IMG beauftragen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Reuters“ sollen derzeit unter anderem die Investmentbanken Goldman Sachs, JP Morgan Chase & Co, Morgan Stanley und Barclays an einem Mandat für den Verkaufsprozess interessiert sein. Dieser könnte schon bis zum Sommer abgeschlossen werden.

Als mögliche Kandidaten für die Übernahme der Agentur, dessen Wert von Experten auf mindestens zwei Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro) geschätzt wird, kursieren im Umfeld von IMG verschiedene Namen. Unter anderem wird die französische Mediengruppe Lagardère genannt, zu der auch der Sportvermarkter Sportfive zählt, des weiteren die US-amerikanische Agentur Creative Artists Agency (CAA) und die US-Künstleragentur William Morris. Daneben werden von Marktbeobachtern auch große Private-Equity-Unternehmen und an dem Sport- und Entertainmentbusiness interessierte Milliardäre als Bieter erwartet.

Firmenwert verdreifacht

Grund für den anstehenden Verkauf sollen auch Vereinbarungen mit Investoren von Forstmann Little & Company sein, die nach der Übernahme von IMG in 2004 ursprünglich einen Verkauf bis Juni 2012 vorsahen. Diese Vereinbarung soll unter anderem wegen der ungünstigen Marktsituation im vergangenen Jahr mit den beteiligten Firmen um ein Jahr verlängert worden sein.

Der mittlerweile verstorbene CEO Ted Forstmann hatte die Mehrheitsanteile von IMG im November 2004 über die Beteiligungsgesellschaft Forstmann Little zum Preis von 750 Millionen US-Dollar übernommen. 350 Millionen US-Dollar davon waren Eigenkapital, 400 Millionen US-Dollar über einen Anlagefonds von Forstmann Little fremdfinanziert. Der Firmenwert soll sich bis zum heutigen Tag nahezu verdreifacht haben.

Bereits in der Vergangenheit hatte es immer wieder Verkaufsgerüchte um IMG gegeben. Im Jahr 2007, als IMG mit etwa 1,7 Milliarden Euro bewertet wurde, hatte Lagardère ein Angebot für einen Minderheitsanteil von knapp 30 Prozent abgegeben. Ein Komplettkauf kam für den Medienkonzern aufgrund des hohen Preises seinerzeit nicht infrage. Stattdessen war eine schrittweise Übernahme geplant, doch Ted Forstmann lehnte die Offerte ab.

„Viele wollen IMG kaufen“

Zum jetzigen Zeitpunkt war auf Nachfrage weder ein Verantwortlicher von Forstman Little, noch von IMG für eine Stellungnahme zu erreichen. Noch vergangenes Jahr dementierte der Präsident von IMG Media, Michel Masquelier, gegenüber SPONSORs einen bevorstehenden Verkauf. „Viele wollen IMG kaufen, aber wir stehen derzeit nicht zum Verkauf.“ Gleichzeitig hatte Masquelier relativiert: „Natürlich liegt es in der Natur der Sache, dass ein Unternehmen, das einer Private-Equity-Gesellschaft gehört, irgendwann einmal verkauft wird.“

Mit einem jährlichen Umsatz von fast 1,5 Milliarde US-Dollar ist IMG in der Sportbusiness-Branche nach wie vor ein echtes Schwergewicht. Und auch die Entwicklung beim Profit ist beachtlich. Lag der Gewinn im Jahr 2008 noch bei 90 Millionen US-Dollar, kletterte er 2009 auf 110 Millionen und 2010 auf 145 Millionen. In den Jahren 2011 und 2012 soll jeweils die Marke von 150 Millionen US-Dollar überschritten worden sein.

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