Karsten Petry

Octagon-Geschäftsführer Petry: „Saison 2023/24 die erste im normalen Rhythmus“

Karsten Petry hat als Geschäftsführer von Octagon Deutschland die Auswirkungen der Corona-Krise auf das globale Sportbusiness hautnah erlebt. Im Gespräch analysiert der langjährige Brancheninsider die Unterschiede im Umgang mit der Krise auf den verschiedenen Kontinenten und erklärt wie Octagon als globale Agentur aktuell agiert.

Karsten Petry erlebte bereits die Finanzkrise vor knapp zehn Jahren als Head of Corporate Sponsoring bei der Commerzbank hautnah mit. Bei der aktuellen Corona-Krise kann er von dieser Erfahrung allerdings nicht profitieren: „Ich kann aus dieser Zeit nichts ableiten. Man kann so viel planen wie man will. Nahezu alle Entscheidungen werden von anderen getroffen“, beschreibt er seine Gefühlslage. Petry hebt jedoch positiv hervor, dass sein Unternehmen in der Krise sehr eng zusammengerückt sei. Dabei hätten die Units von Octagon je nach Standort ganz unterschiedliche Probleme in der Krise. In den USA etwa seien die Kolleginnen und Kollegen aktuell „etwas verloren“, da es kaum Führung durch die Politik gebe, meint Petry.  

Insgesamt habe Octagon schon sehr früh in der Krise die unternehmerischen Ziele heruntergeschraubt: „Von Steigerungsraten haben wir uns komplett verabschiedet“, sagt Petry. Den Status quo zu halten wäre für ihn „ein Riesenerfolg“. Insbesondere für Vermarkter und Rechteinhalter sei „eine Steigerungsrate von null in der Krise so wie 30 Prozent in normalen Zeiten zu bewerten“. 

Trotzdem werde die Krise sowohl Gewinner als auch Verlierer hervorbringen. „Der eSport kommt mit Abstand am besten durch die Krise“, stellt Petry fest. Mit Blick auf das Thema Sponsoring macht er sich vor allem Sorgen um die Airlines. Auch er persönlich habe durch die Krise gemerkt, dass „viele Flugreisen künftig nicht mehr nötig sind“. Viele Unternehmen werden sich diesbezüglich auch nach der Krise umstellen, worunter Airlines laut Petry auch langfristig leiden werden. 

Aktuell führe Octagon viele Gespräche mit Kunden, wie in der aktuellen Phase im Sponsoring zu agieren sei. Es gebe dabei viele positive Beispiele. Laut Petry müsse eine Aktivierung auch in Corona-Zeiten zum Club und Unternehmen passen. Man dürfe nicht in Aktionismus verfallen, um auf der Welle kurz mit zu schwimmen. In Deutschland habe bislang noch kein Octagon-Kunde einen Vertrag gekündigt.  

Momentan würden viele neue Ideen mit Rechtehaltern kreiert. Dabei würden auch Szenarien für eine „neue Welt“ ohne Stadionbesucher entwickelt. „Wir machen uns Gedanken bis zur Fußballsaison 2023/24“, sagt Petry. Da die kommende Saison noch unter dem Einfluss der Corona-Krise stehe, und es in den folgenden Jahren zu starken Verschiebungen durch die EM 2021 und die WM in Katar 2022 kommen wird, wäre die Saison 2023/24 die erste im „normalen“ Rhythmus. Die aktuelle Situation im Sportsponsoring bezeichnet Petry als „Kombination aus Wartestellung und Zusammenrücken in der Krise.“