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Lagardère startet Verkauf von Sportgeschäft

Die Lagardère Group hat einen Verkaufsprozess für den Bereich Sports and Entertainment angeschoben. Ein Abschluss soll bis spätestens Mitte kommenden Jahres erfolgen.

Nun ist es offiziell: CEO Arnaud Lagardère hat den von vielen Marktteilnehmern erwarteten Verkauf der Sportabteilung der Lagardère Group gestern am Donnerstag bei der Präsentation neuer Quartalszahlen offiziell verkündet. Mit der Durchführung wurden die Banken Goldman Sachs und Credit Agricole beauftragt. Schon zuletzt hatte Arnaud Lagardère einen Ausstieg aus dem Sport erwogen.

Der Prozess soll im zweiten Quartal 2019 abgeschlossen werden, zum anvisierten Preis machte das Unternehmen keine Angaben. Dabei will Lagardère alle Bereiche des Sportgeschäfts als Ganzes verkaufen. Ausgenommen sind lediglich kleinere Geschäftsfelder wie Lagardère Live Entertainment, Lagardère Paris Racing, L’Usine und Saddlebrook.

CEO Arnaud Lagardère erläuterte, dass der Verkauf angeschoben wird, weil sich der Konzern auf sein Kerngeschäft konzentrieren wolle. 2017 hatte das Sportsegment etwa sieben Prozent des Lagardère-Gesamtumsatzes von 7,07 Milliarden Euro ausgemacht. 

Lagardère hatte die ehemalige Agentur Sportfive Ende 2006 für insgesamt 865 Millionen Euro übernommen. Zuvor lagen die Anteile bei den Großinvestoren Advent International und Goldman Sachs (65 Prozent), RTL (25 Prozent) und dem ehemaligen Sportfive-Management (zehn Prozent).

Andrew Georgiou, CEO von Lagardère Sports and Entertainment, erläuterte im Gespräch mit SPONSORs weitere Beweggründe. Er sagte: „Der Verkauf ist gut für die Gesamtgruppe, die neues Kapital für ihr Kerngeschäft bekommt, und gut für das Sportsegment, welches einen neuen Eigentümer finden kann, der an die Plattform glaubt und bereit ist, in diese zu investieren."

Umsatz rückläufig, Ebit steigt

Der jetzt angeschobene Verkauf erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Lagardère das Geschäft dynamisieren konnte. So war das Ebit 2017 im Sportsegment um 31 Prozent auf 26 Millionen Euro verbessert worden.

Der Umsatz hingegen war zuletzt rückläufig. So hatte 2017 der Jahresumsatz im Bereich Sport and Entertainment bei 496 Millionen Euro gelegen. 2006, im Jahr der Übernahme durch Lagardère, hatte Sportfive mit einem Umsatz von 526 Millionen Euro geplant. Auch in den ersten neun Monaten 2018 lag der Umsatz sechs Prozent unter dem Vorjahreswert.

Georgiou sagte gegenüber SPONSORs: „Unser Umsatz aus dem Medienrechtehandel ist rückläufig, wir sehen dieses Geschäftsfeld für die Zukunft als strategisch weniger relevant an. Wir konnten diesen Rückgang aber nahezu kompensieren und zugleich unsere Marge verbessern."

Allerdings hat Lagardère auch im Sponsoring-Geschäft mit Herausforderungen zu kämpfen. So konnten zuletzt wichtige Partnerschaften gar nicht oder nur zu schlechteren Konditionen verlängert werden. Jüngste Kundenverluste waren beispielsweise der Gesamtvermarktungsvertrag mit der Asian Football Confederation (AFC) oder in Deutschland  die Kooperation mit Eintracht Frankfurt.

Georgiou erwähnte zudem die große Bedeutung des Deutschland-Geschäfts für Lagardère. 2016 war hierzulande ein Umsatz in Höhe von 89,2 Millionen Euro erzielt worden, das Ergebnis nach Steuern lag bei elf Millionen Euro. 

Jüngst verkündete Lagardère Deutschland auch umfangreiche Umstrukturierungspläne für die Zukunft und deutliche Veränderungen im Führungspersonal (siehe unten). Diese Maßnahmen sind im Zuge der jüngsten Entwicklungen nun sicherlich auch als Vorbereitung und Unterstützung auf den angekündigten Verkaufsprozess einzuordnen.

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Neue, digitalere Strukturen und Prozesse im Vertrieb sowie klare Verantwortlichkeiten für die Produktentwicklung: Lagardère Sports will sich mit einer umfassenden Neuausrichtung für die Zukunft aufstellen. Was genau hat Deutschlands führender Sportvermarkter vor?

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