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Kind zu 50+1-Entscheidung: "War überrascht über das Niveau"

Kind zu 50+1-Entscheidung: "War überrascht über das Niveau"
16.04.2018

Martin Kind hat sich mit deutlichen Worten in der Diskussion um die Entscheidung zum Erhalt der 50+1-Regel zurückgemeldet. Er benennt ebenso wie Karl-Heinz Rummenigge mangelnde Führung als Kern des Problems.

Kind, Präsident von Hannover 96, äußerte sich kritisch über die Entscheidung zum Erhalt der 50+1-Regel, die Anfang März auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) getroffen wurde. Im Interview mit dem Online-Portal "Sportbuzzer" sagte er: "Zu der Versammlung nur so viel: Ich war überrascht über das Niveau und auch darüber, wie sich die Dinge abweichend von der Tagesordnung entwickelt haben."

Der Antrag, der kurzfristig vom FC St. Pauli eingereicht wurde, stand ursprünglich nicht auf der Tagesordnung. Mit der Kurzfristigkeit überraschte der "Kiezclub" um seinen Geschäftsführer Andreas Rettig das DFL-Präsidium, das einer Abstimmung auf der Versammlung zustimmte. Für Kind ist dieses Vorgehen, ebenso wie für Bayern Münchens Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, ein schlechtes Signal von der Spitze des Gremiums. "Herr Rummenigge hat das zu Recht als mangelnde Führung kritisiert", sagte der 96-Präsident. "Das Präsidium hat etwas auf die Tagesordnung gesetzt, aber nicht dafür gekämpft." Der Vorstandschef des FCB sagte im Anschluss an die Versammlung im Interview mit dem "Kicker", der DFL "fehlt es an Führung" und er selbst habe sich "geistig von der DFL verabschiedet".

Kind geht vor allem mit Borussia Dortmund hart ins Gericht. Er sagte: "Herr Rauball als Vorsitzender des DFL-Präsidiums hat den Vorschlag einer ergebnisoffenen Diskussion über 50+1 eingebracht. Dann steht Herr Watzke, sein untergeordneter Mitarbeiter in Dortmund, auf und sagt, ich bin dagegen." Zum Hintergrund: DFL-Präsident Reinhard Rauball ist zugleich Präsident des BVB – und in dieser Funktion faktisch über dem Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke positioniert. Watzke hatte dem Antrag des FC St. Pauli zugestimmt und damit für den Erhalt der 50+1-Regel im Sinne einer juristischen Manifestierung votiert.

16.04.2018
Roman Gerth
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Roman Gerth