Discovery: Die ersten voll digital übertragenen Olympischen Winterspiele
01.02.2018
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Medien | Olympische Winterspiele 2018

Discovery: Die ersten voll digital übertragenen Olympischen Winterspiele

Am 8. Februar 2018 geht es los: Die Übertragung der Olympischen Winterspiele  in Pyeongchang beginnt. Im Gastbeitrag gibt Susanne Aigner-Drews, Geschäftsführerin von Discovery Networks Deutschland, einen Einblick in das Sendekonzept und erläutert, welche Herausforderungen auf das Medienunternehmen zukommen.

Sportbegeisterte in ganz Europa können sich freuen: Sie werden in diesem Jahr zum ersten Mal in der Lage sein, eine umfassende Berichterstattung von den Olympischen Spielen auf der Plattform ihrer Wahl genießen zu können. Noch nie zuvor gab es eine solch breite Auswahl an Möglichkeiten, die individuellen Lieblingssportarten und -athleten rund um die Uhr zu verfolgen.

Mit seiner Entscheidung im Jahr 2015, die Rechte für die Olympischen Spiele von 2018 bis 2024 an Discovery Communications zu vergeben, unterstrich das Internationale Olympische Komitee (IOC), dass die Olympischen Spiele in ihrer Präsentation zukünftig konsequent die Möglichkeiten der konvergenten Medienwelt ausschöpfen und sich damit von den bisherigen Übertragungen deutlich unterscheiden sollen. Das neue Übertragungskonzept für die XXIII. Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang spiegelt diesen Anspruch bereits deutlich wider. 

Die Autorin

Susanne Aigner-Drews

Susanne Aigner-Drews ist Geschäftsführerin der DACH-Region bei Discovery Communications. Sie füllt diese Position seit Mitte 2011 aus. Für Discovery ist sie bereits seit 2006 tätig. Zuvor war sie Bereichsleiterin Marketing und Vertrieb bei Sport1 und Geschäftsführerin der Mediaagentur Media Plan.

Die Sportfans werden die Wettkämpfe vom 8. bis 25. Februar „immer und überall“ sehen können. Wir, Discovery Communications und Eurosport, übertragen die Spiele erstmals voll digital, sodass mehr Nutzer auf mehr Screens als jemals zuvor die Wettkämpfe verfolgen können. Unser „Digital First“-Ansatz soll daher vor allem auch die jüngeren Zuschauer für die Olympischen Spiele begeistern und ihnen ein neues Seherlebnis bieten. Darauf zahlt zum Beispiel auch unsere Partnerschaft mit Snapchat ein, die es Nutzern ermöglicht, während der Spiele User-generierten Content und Einblicke hinter die Kulissen zu erhalten.

Darüber hinaus haben wir auch unsere Präsenzen auf den Digital- und Social-Media-Plattformen verstärkt und vor Ort eine 55-köpfige Digitalredaktion im Einsatz, die mit unserem Radical Van, einem mobilen Studio, von Sportstätte zu Sportstätte reist, um Inhalte nur für die Digital- und Social-Kanäle zu erstellen. Die Zusammenarbeit mit Influencern wie zum Beispiel den Korean Englishman vor Ort runden unsere Social-Media-Strategie ab.

900 Mitarbeiter, 1100 Kameras

Selbstverständlich heißt es in Pyeongchang 2018 aber nicht nur „Olympia total“ auf den Digitalkanälen, allen voran hier auf unserem Eurosport Player. Auch im linearen Fernsehen gibt es mehr von den Olympischen Winterspielen als je zuvor zu sehen.

Discovery wird auf drei linearen TV-Sendern berichten, mit über 550 Stunden steht hier die Live-Berichterstattung von den Wettbewerben klar im Fokus. Im Free-TV bei Eurosport 1 wird 24 Stunden nonstop von den Olympischen Winterspielen gesendet, dazu kommen Ausstrahlungen olympischer Wettbewerbe auf TLC sowie im Pay-TV bei Eurosport 2. Und darüber hinaus gibt es natürlich noch die umfangreiche Berichterstattung auf ARD/ZDF.

Was aber bedeutet unser „Immer und überall“-Ansatz in Zahlen?

Im internationalen Gesamtkontext gesehen heißt das: Auf den verschiedenen Plattformen werden wir 900 Stunden live und insgesamt 4000 Stunden berichten – mit bis zu 100 Programmformaten in 42 Sprachen. Um das zu ermöglichen, werden wir zwölf Studios vor Ort bespielen und rund 1100 Kameras nutzen. In Südkorea wird Eurosport rund 900 Mitarbeiter im Einsatz haben, 60 mobile Teams werden dabei Inhalte zum Geschehen rund um die Spiele zur Verfügung stellen. In Europa werden 1275 weitere Kollegen mit den aus Südkorea übertragenen Inhalten arbeiten.

Für die ersten voll digitalen Olympischen Spiele der Geschichte bringen wir dabei Technologien zum Einsatz, die völlig neuartige Olympia-Erfahrungen ermöglichen. So haben wir ein innovatives Analyse-Studio entwickelt, den sogenannten „Eurosport Cube“, das mit drei deckenhohen LED-Screen-Wänden sowie einem LED-Screen als Fußboden verblüffende Augmented-Reality-Möglichkeiten offeriert.

Der Einsatz dieser neuen Techniken ermöglicht uns ein komplett neues Storytelling. So können bei einem alpinen Abfahrtslauf beispielsweise die Skier aus dem Bild in das Studio treten. Der Kommentator kann um das Bild herumgehen und den Fahrer und die Situation analysieren. Oder wir können dem Zuschauer bei einer Eishockeyübertragung den Eindruck vermitteln, dass er sich zwischen den Spielern auf dem Eis befindet. Dementsprechend können Körperpositionen und Spieltaktik in einer vollkommen neuen Dimension analysiert werden. Als Experten im Eurosport-Cube-Studio konnten wir den US-amerikanischen Ski-Superstar Bode Miller verpflichten. Und Top-Namen wie dieser zeigen, auf was es uns noch ganz besonders ankommt und was unsere Übertragung einmalig machen soll: außergewöhnliche Persönlichkeiten.

Denn das Herzstück unserer Olympia-Berichterstattung bildet ein hochkarätiges Experten- und Reporterteam, das den Zuschauern die Geschehnisse emotional und mit fundierten Analysen präsentieren wird – für unser lokales deutsches Team konnten wir u. a. Sven Hannawald, Martin Schmitt, Anni Friesinger-Postma, Frank Wörndl, Michi Greis, Fabian Hambüchen und André Lange gewinnen. Mit diesen Experten unterstreichen wir unsere Strategie, Eurosport verstärkt in den einzelnen Ländern ein Profil zu geben.

Neuer Tagesrhythmus

Unsere Konzepte und Strategien und ihre Umsetzung sind finalisiert und stehen. Ich möchte dennoch gern noch aufzeigen, welche Herausforderungen ein solches Sport-Großereignis an ein Medienunternehmen stellt. Als „Home of the Olympics“ und paneuropäischer Rechteinhaber stehen wir in einer Verantwortung, die vor uns noch kein Sender zu übernehmen hatte. Wir realisieren nicht nur unsere eigenen Produktionen, sondern bieten und koordinieren Serviceleistungen für alle Sublizenznehmer in Europa. Dies beinhaltet zum Beispiel die Bereitstellung von Flächen im International Broadcast Center (IBC) und an den Wettkampfstätten sowie Buchungen, Akkreditierungen und vieles mehr. Ein für uns von der Vielfalt der Aufgaben und vom Umfang her völlig neuer Aufwand.

Darüber hinaus ist natürlich auch die Zeitverschiebung von plus acht Stunden und die damit verbundene Verlagerung von vielen Entscheidungen in die deutsche Nacht eine Herausforderung für die Übertragung. Wir werden unseren Tagesrhythmus also neu definieren müssen. Doch gerade in der Zeitverschiebung sehen wir auch eine Chance unserer digitalen Berichterstattung: Wir haben die Möglichkeit, dem Zuschauer zu jeder Uhrzeit das passende Angebot auf dem von ihm bevorzugten Kommunikationsweg zu bieten: kurz und informativ in der Eurosport-News-Berichterstattung, unterhaltsam mit unseren Shows aus dem Deutschen Haus und in der Primetime mit Moderator Marco Schreyl, mit Videoclips auf den Digitalkanälen oder via Social Media, jederzeit und überall live im Eurosport Player oder eben klassisch im linearen TV.

Emotional-persönlich, voll digital und stark social – wir wollen die Olympischen Spiele zeitgemäß und innovativ präsentieren und damit auch eine Benchmark für andere Sportübertragungen setzen.

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Rechtehalter Discovery Communications und Sky Deutschland konnten sich nicht über ein Übertragungsmodell für die Olympischen Winterspiele 2018 einigen. 

01.02.2018
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 Der Autor 

Susanne Aigner-Drews