Preisvergleich an der Stadiontheke
14.01.2016
Venue & Event | Catering

Preisvergleich an der Stadiontheke

Vier Fußball-Zweitligisten verkaufen das teuerste Bier im deutschen Profifußball. Aber auch das günstigste gibt es in Liga zwei. Beim MSV Duisburg gibt es die preiswerteste Bratwurst. Ein Blick in die Stadionkioske aller 36 Clubs der 1. und 2. Bundesliga.

Seit Sommer 2015 ist die Zwei-Euro-Bratwurst Geschichte. Damals hob der 1. FC Union Berlin den Preis für seinen Stadionklassiker um 50 Cent an. Bislang konnten Fans bei den Heimspielen im Stadion an der Alten Förs­terei über Jahre hinweg die Wurst zum Schnäppchenpreis von zwei Euro kaufen, rund ein Drittel bezahlten sie damals we­niger als im Durchschnitt der 2. Liga. Das ist nun vorbei, wenngleich die Berliner mit 2,50 Euro pro Wurst nach wie vor zu den preisbewussten Verkäufern zählen.

Durchschnittlich 2,90 Euro kostet eine Bratwurst in der Saison 2015/16 in der 2. Bundesliga, 3,10 Euro sind es in der Bun­desliga. Das zeigt eine aktuelle SPONSORs-Analyse der Bier- und Bratwurst-Preise in den beiden höchsten Fußballspielklassen Deutschlands (siehe Tabellen zum Download in der rechten Spalte).

Fakten
Fakten

Durchschnittspreise (2015/16)

PREIS PRO BRATWURST
Durchschnitt Bundesliga         3,10 Euro
Durchschnitt 2. Bundesliga     2,90 Euro

PREIS PRO BIER (1,0 LITER)
Durchschnitt Bundesliga         8,10 Euro
Durchschnitt 2. Bundesliga     7,80 Euro

Stand: November 2015
 

Wie in den Vorjahren ergibt sich im Gesamt-Ranking aller 36 Clubs jedoch eine Preisdifferenz von fast zwei Euro. Die teu­erste Wurst (3,90 Euro in der Allianz Arena, bei Spielen des FC Bayern München und von 1860 München, kostet beinahe doppelt so viel wie die günstigste (2,20 Euro beim MSV Duisburg).

Ein Blick auf die Einzelergebnisse der Bundesligisten zeigt jedoch, dass das noch vor drei Jahren vorhandene Nord-Süd-Ge­fälle in der ersten Liga nicht mehr existiert. Während in den vergangenen Spielzeiten die teuersten Bratwürste in süddeutschen Stadien verkauft wurden – bei den Bayern, beim VfB Stuttgart und beim FC Augsburg (von 3,20 bis 3,90 Euro) –, hat der Norden zur aktuellen Saison aufgeholt. Durch Preiser­höhungen beim Hamburger SV (von 3 Euro auf 3,50 Euro) und bei Hertha BSC (von 3 Euro auf 3,30 Euro) gibt es zwei Ausreißer im oberen Drittel der Preistabelle.

Auf- und Abstiege wirken sich übrigens kaum auf die Wurst-Gebühr aus. Weder der SV Darmstadt 98 verlangt im Fußball-Ober­haus für die Bratwurst mehr Geld von sei­nen Fans als zu Zweitligazeiten. Noch hat der Zweitliga-Absteiger SC Paderborn 07 seinen Preis aus der Vorjahressaison in der 1. Liga verändert. Nur der FC Ingolstadt hat an der Preisschraube gedreht.

Entwicklung der durchschnittlichen Bratwurstpreise (Bundesliga/2. Bundesliga)
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Entwicklung der durchschnittlichen Bratwurstpreise (Bundesliga/2. Bundesliga)

Bierpreis steigt um 20 Cent

Eine ähnliche Entwicklung wie am Grill­stand ist in dieser Saison auch an der Biertheke abzulesen. Auch in diesem Segment nahmen sich die Erstliga-Aufsteiger zurück. Keine Verteue­rung bei den „Lilien“ in Darmstadt, modera­te acht Prozent mehr beim FC Ingolstadt.

In der Vergangenheit war das anders: Eintracht Braunschweig beispielsweise ver­langte nach dem Aufstieg in die Bundesliga im Sommer 2014 rund 17 Prozent mehr für einen Becher Wolters. Und ein Jahr später erhöhte Aufsteiger SC Paderborn 07 für sei­nen Becher Warsteiner den Preis im glei­chen Maß. Übrigens schenkten beide Clubs in den jeweiligen Spielzeiten das teuerste Bier aller Bundesligisten aus.

Neuer aktueller Spitzenreiter im Bier-Ranking der Bundesliga ist der SV Werder Bremen. Im Gegensatz zum Vorjahr verzich­teten die Grün-Weißen zwar auf einen er­neuten Aufschlag, nehmen für ihr Bier je­doch einen Literpreis von 8,60 Euro. Da sind 50 Cent mehr als der Liga-Schnitt. Im Durchschnitt verkaufen die Erstligisten ei­nen Liter Bier für 8,10 Euro.

Entwicklung der durchschnittlichen Bierpreise (Bundesliga/2. Bundesliga)
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Entwicklung der durchschnittlichen Bierpreise (Bundesliga/2. Bundesliga)

Generell ist zu beobachten, dass die 18 Bundesliga-Clubs sukzessive mehr Geld für einen Liter Bier kassieren. In der Saison 2013/14 gab es den Liter im Schnitt noch für 7,90 Euro. Nur vier Clubs verlangten damals mehr als acht Euro für diese Biermenge. Heute sind es bereits sieben Clubs.

Ähnlich ist die Entwicklung bei den Zweit­ligisten, deren durchschnittlicher Literpreis beim Bier innerhalb von drei Jahren von 7,50 auf heute 7,80 Euro gestiegen ist. Zu den einst zwei Clubs, die in der Spielzeit 2013/14 mehr als acht Euro aufriefen, sind heute fünf wei­tere hinzugekommen. Allen voran die vier „Bier-Spitzenreiter“ Arminia Bielefeld, Ein­tracht Braunschweig, MSV Duisburg und SC Paderborn, die mit einem Literpreis von je­weils 8,75 Euro das teuerste Bier aller 36 Erst-und Zweitligisten ausschenken.

Doch es gibt auch Clubs, die seit Jahren an ihren vergleichsweise günstigen Preisen festhalten. Beispielsweise Borussia Dort­mund (7,40 Euro) und der FC Schalke 04 (7,80 Euro), die ihren Bierumsatz weniger über einen hohen Preis als über einen beträcht­lichen Absatz aufgrund von durchschnitt­lichen Zuschauerzahlen zwischen 60 000 und 80 000 pro Spiel generieren dürften.

Das teuerste „Stadiongedeck“ in den bei­den Spielklassen gibt es übrigens wie in den Vorjahren bei den Heimspielen des FC Bay­ern München und des TSV 1860 München. Ein Liter Bier und eine Wurst kosten dort in Summe 12,30 Euro. Am günstigsten ist die­se Kombination bei den Heimspielen von Borussia Dortmund. Zehn Euro verlangen die Schwarz-Gelben dafür.

Bitburger bleibt Marktführer

Wirft man einen Blick auf die vertretenen Bierpartner bei den 36 Clubs, so gab es zur Saison 2015/16 kaum Veränderungen zu den Vorjahren. Insgesamt 44 unterschiedliche Biermarken werden bei Liga-Spielen ausge­schenkt und damit in Summe ebenso viele wie in den vergangenen beiden Jahren.

Die Marktführerschaft hält nach wie vor die Marke Bitburger, die sich mit fünf Ver­tragspartnerschaften wie in den Vorjahren deutlich von der Konkurrenz absetzt. Mit je drei Clubs rangieren Krombacher und Warsteiner hinter der Großbrauerei aus der Eifel.

Top-Biermarken im deutschen Profifußball (2015/16)
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Top-Biermarken im deutschen Profifußball (2015/16)

Zählt man jedoch alle zur Bitburger- Brauerei zählenden und in den beiden Ligen vertretenen Biermarken zusammen, so ist der Vorsprung noch deutlich größer. Inklu­sive ihrer Marken Licher (FSV Frankfurt) und König Pilsener (Hamburger SV und MSV Duisburg) kommt Bitburger nämlich auf acht Clubs und ist somit bei jedem vierten Verein vertreten.

14.01.2016
Kathrin Hartmann
 Der Autor 

Kathrin Hartmann